Die Hallen der alten Sprache

... und über Allem wehte der Wind so kalt

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Verfasst am: 25. 02. 09 [22:59]
garluk
Sturmaxtclan
Bruderschaft der Qualen

[Themenersteller]
Dabei seit: 22.08.2007
Beiträge: 558

>>>Anyaa<<<

Anyaa erstrahlt in hellem Licht und doch ist der Tonfall ihrer Stimme düster. Scat steht da und funkelt sie voller Zorn an

"Du brauchst mich Scathach. Du bist meine Berufung. Überlege doch einmal wo du ohne mich wärst! Ein jämmerliches Häufchen Elend am Brunnen von Silbermond."
"Pha! Du brauchst mich Anyaa...genau wie du Felice gebraucht hast. Du brauchst und, damit du dir einreden kanst volkommen zu sein!"
"Ich BIN volkommen "


Wenige Tage später:
Die Nacht ist friedlich, die Grillen zirpen, der Mond scheint sanft. Aber ein unruhiger Schatten streift durch das kniehohe Gras. Eine schlanke Gestalt, gehüllt in einen Mantel, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen und dennoch sieht man gelegentlich gleißendes Licht aus ihren Augen strahlen.

Die Gestalt streift ziellos durch die Hügel, wandert hierhin und dorthin, lauscht eine Eule beim rufen und planscht mit ihren Füßen durch das seichte Ufer des Sees. Wer sie so gesehen hätte, hätte weder Angst vor ihr gehabt.. noch geahnt, was ihr bevorsteht.

Wäre man aber näher an sie herangetreten, hätte man gesehen, dass ihr Hände unentwegt zitterten und man hätte gehört, wie sie Wörter, Namen, stammelt und vor sich hin murmelt, in nahezu gebetartiger Manier.

Die Sätze sind nicht zusammenhängend, die Worte allein ergeben kaum Sinn. Darunter sind die Namen: Dariah, Scatti, Minori, Lothandras/Vater, Keltheras, Fasse ...
und andere Wörter wie Verrat, Tod, Vergänglichkeit, Sinn und Verderben.

Irgendwann, die Nacht mag sich ihrer dunkelsten Stunde nähern, streift die Gestalt ihre Kapuze ab, helles Licht überflutet den Hügel auf dem sie steht. Ein Wolf erschrickt und lässt von dem Erdmännchen auf dem Boden ab.
Wenige Worte murmelt die Gestalt und der Spuk ist vorbei...
Anyaa Faladar, wie man nun erkennen mag steht in Silbermond vor dem Haus ihrer Familie. Sie tritt ein und legt sich schlafen.. Doch jetzt, im Lichte von Silbermond, erkannte man die dunklen Schatten die sonst um ihr so strahlend helles Antlitz liegen.


Wieder einige Tage später:
Anyaa steht auf einer Klippe am heulenden Fjord und starrt in die tosende Brandung unter ihr, die wieder und wieder an den Klippen und Riffen zerbricht.
Ganz in weiße Kleidung gelichtet, mit ihrer ewig strahlenden Haut macht sie einen ätherischen Eindruck und bildet einen starken Kontrast zu den Gräbern und Skeletten um sie herum.
Sie weiß, dass Scathach hinter ihr steht.. Scathach soll das bekommen, was sie verdient - nein, was sie sogar verlangt hat!
Ohja, so ist das.. Leise kichernd dreht Anyaa sich zu ihrer alten Freundin um. Aber das Kichern ist nicht von der üblichen Befreitheit, eher ist es geprägt von einem leichten Anflug von Hysterie und sogar ... Wahnsinn?

"Hallo Scatti, hübsch hier, oder? ... Oh guck mal!"

Anyaa zeigt auf einen Untoten.

"... ist der nicht putzig?"
"Anyaa! Was ist hier los?"

Scathach lässt schaut Anyaa entgeistert an, echte Sorge steht in ihrem Blick, langsam geht sie auf ihre Freundin zu, welche heller zu strahlen beginnt. Nur das Gesicht.. das Gesicht ist nach wie vor von dunklen Schatten getrübt.

"Halt! Warte, Scat! Ich zeige dir was.. kommkomm... du wolltest das ja, ja das hast du gesagt."

Vorsichtig schielt Anyaa die Klippe herunter.

"Ist das tief, Scat?"
"Anyaa!"
"Ja.. sehr tief, oder nicht?"
"Anyaa geh weg da!"
"Och Scatti... Du hast gesagt, dass du das willst.. Wegen dir war ich hier, weißt du? Alle sind tot, ja. Mein Vater, mein Sohn, mein Geliebter, Felice ... alleallealle. Nur du lebst, jaja... Aber du hast mich verstoßen, meine Hilfe verboten, also gehe ich jetzt Heim. Du hast gesagt ich soll gehen."

Mit diesen Worten wendet sich Anyaa endgültig von Scathach ab und stürzt sich mit einem letzten Schritt von der Klippe. Weiß flattern die Gewänder, vom Wind gepackt als sie stürzt. Schneller und schneller, bis sie mit einem dumpfen Geräusch auf den Klippen zerschellt.

"Anyaaaaaaaaaa!"

Salziges, eisiges Wasser umspült Anyaas zerschmetterten Körper und trägt ihn mit den Strömungen mit sich, wärend Scathach oben auf der Klippe voll Verzweiflung zusammenbricht. In ihrer Hand zerquetscht sie einen blütenweißen Zettel, alles was von Anyaa Faladar, Tochter von Lothandras Faladar, Herz von Felice und Farisilles und Mutter von Keltheras übrig geblieben ist. Anyaa die Reine.. die Unfehlbare ... ist zurück dahin gegangen, wo sie herkam.

Hätte sie die Kraft den Zettel zu lesen, so stünde darauf: "Der Strom der Gezeiten spült das Blut der Unschuldigen hinfort, an den Händen der Schuldigen bleibt es jedoch kleben ...
Ich bin wieder zu Hause.
gez. Anyaa Faladar"

Ein gleißender Blitz Helligkeit zuckt aus Anyaas Leib gen Himmel, wärend er langsam in einer roten Wolke in den Fluten versinkt...
Verfasst am: 25. 02. 09 [23:30]
scathach
Bruderschaft der Qualen
Haus Feuerschwinge

Dabei seit: 24.08.2007
Beiträge: 603

Anyaa...was redest du ...du weißt das das nicht ....


Noch bevor die Hexe den Satz zuende bringen kann, sieht sie wie ihre Freundin..ihre Anyaa mit wehender Robe in die Fluten stürzt. Der verzweifelte Schrei hallt durch den Fjord

ANYAA! NEIN!!!!


Fassungslos starrt sie in die Fluten ... zu den Klippen...in das Meer, welches sich schnell blutrot färbt. Das Licht, die Erlösung, nimmt sie nicht wahr...nur den Zettel in ihrer Hand..... sie bricht zusammen. Als sie wieder zu sich kommt, sollte sie nichtmehr die selbe sein... gebrochen und leer, den Tod ihrer Freundin auf ihrem Gewissen

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 25.02.2009 um 23:32.]

Everywhere is just a journey away
Verfasst am: 26. 02. 09 [00:48]
Avaleth

Dabei seit: 22.10.2007
Beiträge: 291

Scathach lag nun schon eine Weile im Schlaf, nachdem sie sich Stunde um Stunde mit dem Gedanken an Anyaa gequält hatte. Endlich war es ihr gelungen trotz der Tränen in das dunkle Reich der Träume zu entschwinden. Selbst dort ließen sie die Gedanken, die Vorwürfe und der Schmerz nicht los.

Der Morgen dämmerte schon am Horizont als sich so leise es ging eine Gestalt auf den kalten, leeren Platz in Scathachs Bett niederließ. Gepanzerte Arme schlangen sich so sanft es nur möglich war um den zerbrechlichen Körper der Elfe und zogen ihn zu sich. Felice versuchte ihrer Schwester auf ihre, in diesem Zustand recht unbeholfene Weise beizustehen und drückte sie fest, während sie versuchte, das ständige Zittern ihrer Schwester im Zaum zu halten und die Laute mit einem geflüsterten "Shhht" zu ersticken.

"Ich bin da, Schwester."

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.02.2009 um 01:15.]

Pain, without love
Pain, I can't get enough
Pain, I like it rough

Verfasst am: 26. 02. 09 [01:52]
ipet
Bruderschaft der Qualen

Dabei seit: 19.06.2007
Beiträge: 905

Während Anyaa noch an der Klippe steht

Dariah schaut auf ihren Unterarm. Hier sind mehrere Faustgroße Kristalle in den Unterschiedlichsten Farben in einer Armschiene eingelassen. Einige senden Bilder, Töne oder Worte, andere sind gefüllt mit dunstigem Nebel und vollkommen Stumm.

Grade schaut sie in den grünen, den Stein der Gemeinschaft und sieht Anyaa's kicherndes Gesicht welches hinein blickt, ein weniger ... verwirrt !? könnte man meinen.

Anyaa war ihr ohnehin in den letzten Tagen ein Dorn im Auge gewesen, seit sie diesen neuen Körper hatte war Anyaa ihr gegenüber Abweisend, drohte ihr mehrmals damit Leidträger gegen sie auszubilden und schlimmeres.

Mit einer Bewegung verließen die Steine Anyaas Hand und schienen tief zu fallen, das tosen des Meeres wurde immer lauter und die Gestalt der Faladar immer kleiner bis der Kristall schließlich ins Wasser fiel und dort nicht weit unter der Wasseroberfläche zwischen zwei Steinen der Brandung verkeilte.


"Anyaa ? Lady Faladar tut das ... BEI den Göttern Anyaa ! Holt SOFORT eure Gemeinschaftssteine wieder aus dem Meer ! Das wird ernsthafte Konsequenzen für euch haben ! Bei den ... ach"

zornig senkte Dariah den Arm, ihr Haar begann schon wieder zu rauchen ... sie musste dringend wieder ihre Gefühle unter Kontrolle bekommen. So oder so ... dieses Verhalten von Anyaa würde ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Selbst eine Degradierung war nicht mehr ausgeschlossen ! Dabei war Anyaa einst eine ihrer Besten ...

Dariah schüttelte den Kopf und deaktivierte unachtsam den Stein der Gemeinschaft als sie die Hallen der Bruderschaft betrat. Wenn sie geschaut hätte, so hätte sie nun die freudlos lächelnde Ausbilderin Anyaa Faladar, mit dem Gesicht nach unten, in den Fluten am Stein vorbei treiben sehen können.

Anyaa sollte sich besser eine gute Ausrede für ihr fehlverhalten überlegen.


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.02.2009 um 01:57.]

Sei schlau - Bleib doof !
Verfasst am: 27. 02. 09 [02:23]
phextis
Bruderschaft der Qualen
Sturmaxtclan

Dabei seit: 15.10.2008
Beiträge: 159

Chronisch brummend räumt Phextis die Unordnung in seinem Labor auf, stellt Kisten aufeinander, wo sie hingehören und ordnet durcheinandergeratene Phiolen wieder so ein wie es sein sollte.

Tödlich und Eiskalt wie seine Klingen durchbohrt sein Blick den, am ganzen Leib ängstlich bibbernden, Bediensteten, welcher im Türrahmen steht und kurz vor einem Nervenzusammenbruch zu stehen scheint.

"Als ich euch aufgetragen habe mir die Zileostinktur zu holen, meinte ich nicht, ihr sollt mein Labor verwüsten, tollpatschiger Narr!"

Der schmächtige Verlassene zuckt zusammen als er Phextis zischende Stimme vernimmt und fängt an unverständliche Entschuldigungen vor sich hin zu brabbeln.

"Haltet euren Mund und macht euch lieber nützlich. Nein, besser ihr rührt erst garnichts an... Ha! Ich werde euch zu jemandem Schicken der euch einiges über Disziplin und Ordnung beibringen kann, das habt ihr auch nötig! Genau, ich schicke euch zu Anyaa!"

Mit der Erwähnung Anyaas, Phextis' liebster Schlachtgefährtin, wird das Labor urplötzlich von einem Luftzug heimgesucht, der alle zweiundzwanzig Kerzen in dem Raum sofort zum erlischen bringt.

Im nächsten Moment taucht Phextis grimmige Fratze in der Dunkelheit auf, erleuchtet von einer grünlich glitzernden Phiole.

Der Schleicher betrachtet den wohl in Ohnmacht gefallenen Gehilfen mit einem Seufzen und sieht sich in dem Kellergewölbe um.

"Wie seltsam. Wir haben hier doch garkeine Fenster..."

"Die Legende und Wikipedia sagen..."
Verfasst am: 27. 02. 09 [18:24]
garluk
Sturmaxtclan
Bruderschaft der Qualen

[Themenersteller]
Dabei seit: 22.08.2007
Beiträge: 558

Einige Stunden später kommt der Lehrling zurück, leichenblasser als seine Leicheblässe es sowieso wäre und am ganzen Leib zitternd bleibt er in der Tür stehen.

"Du! Was machst du schon wieder hier? Hab ich dir nicht gesagt, dass du zu Anyaa gehen sollst?"

"I.. Ich.. Herr, bitte. Sie, sie ist nirgendwo z..zu finden. Ja, zu finden."

"Wie sie ist nirgendwo zu finden? Du bist nur zu unfähig sie zu finden! Sie ist eine Priesterin verdammt, die kann sich nicht verstecken!"

Der Lehrling nickt nur eingeschüchtert und drückt sich an die Wand hinter ihm.

"Alles muss man selber machen! Du bleibst hier und rührst keinen Finger!"

Wütend knallt Phextis einen Lappen auf den Tisch und geht, die Tür knallt er hinter sich zu...
Nach einigen Stunden vergeblichen Suchens gibt er es auf, ihre Steine reagieren nicht und von ihr gibt es kein Lebenszeichen.
Vielleicht sollte er ja Scathach fragen?