Die Hallen der alten Sprache

Der Apotheker

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Verfasst am: 02. 12. 08 [15:07]
phextis
Bruderschaft der Qualen
Sturmaxtclan

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„Wacht auf Lakaien!“ flüsterte eine eisige Stimme in seinem Kopf.

„Die Zeit ist gekommen, erhebt euch und dient eurem Meister!
Ihr seid meine Armee der Verderbnis, ihr werdet Chaos bringen und diese Lande unterwerfen!
Ich schenke euch neues Leben, neue Kraft und neuen Hunger! Geht und fresst euch satt!
Tötet alles was ihr findet, in meinem Namen, im Namen des Lichkönigs!“

Diese verdammte Stimme, sie wollte nicht verschwinden. Das frostige Gemurmel stach tief in die Sinne, und als ob er schon ewig auf diesen neuen Herren hören würde, erhob er sich.
Langsam.
Taumelnd.
Wie es frische Untote eben so tun. Er blickte sich um, er war nicht alleine.
Dutzende andere verweste Arme und Beine erhoben sich zu seinen Seiten, ein unheiliges Gestöhne zerriss die Stille auf dem Platz.
Es hatte keinen Sinn sich zu sträuben. Der eiskalte Griff ihres Meisters hielt sie so unbeweglich fest, so unerbittlich fest, als wären sie in Eisblöcke gefrorene Marionetten.
Er sah sich um. Ja, er kannte diesen Ort. Hier lebten einst viele Menschen, vielleicht gibt es noch jemanden, der am Leben ist? Jemanden den man verspeisen könnte?
Mit verkrüppelnden Bewegungen strich er über den Platz. Alles was zu sehen war, in dieser kalten, mondlosen Nacht, waren die Silhouetten der Gebäude der Stadt, beleuchtet von einigen wenigen Fackeln, die am Straßenrand brannten. Langsam aber unaufhaltsam, wie der Nebel um ihn herum, kroch er an einem Haus nach dem anderen vorbei.
Ah, dort, die Schule. Er schnüffelte – Nein, nichts.
Er zog weiter und entdeckte die alte Bibliothek, aus der gerade feierlich schmatzend ein anderes untotes Wesen krabbelte. Dort gab es wohl auch nichts zu holen.
Weiter abseits kam er an ein zweistöckiges Gebäude. Etwas daran war anders. Es war komplett zerstört, es war verbrannt, man konnte die Asche noch riechen.

Urplötzlich schrie er auf, die Stimme in seinem Kopf, nicht mehr wahrnehmend. Es war als müsste sein Haupt platzen, er füllte sich mit Erinnerungen an unglaublichen Zorn, und Feuer. Die eisige Stimme in seinem Kopf wurde von diesen Flammen dahin geschmolzen und machte Platz für mehr Erinnerungen und den unbezwingbaren Gedanken an blutige Rache. Rache an dem Brandstifter, Rache an seinem Mörder, Rache an diesem verfluchten Hundesohn… Guntram Debitus!

"Die Legende und Wikipedia sagen..."
Verfasst am: 02. 12. 08 [15:23]
phextis
Bruderschaft der Qualen
Sturmaxtclan

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Es war ein regnerischer Tag, eiskalt und gnadenlos, und trotzdem marschierte da ein fröhlich vor sich hin pfeifender Mann die Gassen entlang.
Es war die Zeit kurz vor dem Angriff der Geißel auf Andorhal in der der Apotheker Pheleus Xantam Tissel so gut gelaunt durch die Straßen hüpfte.
Er hatte soeben den Titel des Hochapothekers erhalten, dank seiner unglaublichen Fortschritte bei der Identifizierung der Seuche, die das Land befiel.
Außerdem stand er kurz vor dem revolutionärsten Durchbruch der Geschichte der Wissenschaft. Er war dabei ein Elixier zu erfinden, welches den Konsumenten ein unendliches Leben bescheren sollte.

Natürlich war dies kein Trank für die niedere Bevölkerung. Er würde es selbst benutzen um weitere große Erfindungen machen zu können, schon nachdem er lange hätte tot sein sollen und er würde es an einflussreiche, wohlhabende Menschen verkaufen. Er würde Steinreich werden, und sich den Ruhmesgesang auf seinen Namen jeden Tag anhören können, bis in alle Ewigkeit.
Das war sein Traum, und er stand so kurz vor der Erfüllung.
Pheleus musste sofort seiner Frau davon erzählen.
Seine Schritte beschleunigten und fast ließ er den kleinen Plüschgreifen fallen, den er für seine Tochter eben noch besorgt hatte.
Solche Spielzeuge sind überaus teuer und es war eine schwere Entscheidung, doch er liebte sein Kind sehr und dank der Beförderung würde er jetzt mehr verdienen.

Sonnige Zeiten waren für den jungen Apotheker angebrochen, jetzt brauchte er nur noch ein Gegenmittel für diese obskure Seuche finden, die die Untoten schon regelrecht an die Mauern von Loarderon warf, und seinem Glück stand nichts im Wege.


"Die Legende und Wikipedia sagen..."
Verfasst am: 02. 12. 08 [15:30]
phextis
Bruderschaft der Qualen
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„Pheleus Xantam Tissel!“ donnerte es, als die Tür mit einem Hammerschlag aufgebrochen und an die gegenüberliegende Wand geschleudert wurde.
Ein, in goldene Rüstung gekleideter Paladin stürmte das Haus, brüllte ein paar Befehle von wegen „Oberes Stockwerk versperren!“ und wandte sich den Kellertreppen zu.
Junge und eifrige Soldaten stürmten die Treppen hinauf, man hörte die Schreie zweier Frauen und eine Tür knallen. Gleich daraufhin konnte man deutlich das klopfen von Hämmern hören und wie einer der Kämpfer rief „Versperrt Sire, da kommt keiner mehr raus!“

Unten im Labor saß der neue Hochapotheker von Andorhal und arbeitete an seiner grandiosen Erfindung.
Die Tür wurde aufgestoßen und erneut platzte der Ritter, im Anhang die zwei Soldaten, in den Raum und brüllte:
„Pheleus Xantam Tissel! Ihr werdet des Völkermords und des Hochverrats an Loarderon angeklagt! Ihr werdet beschuldigt die Seuche verbreitet zu haben und dafür hat die hohe Inquisition der scharlachroten Hand nur eine Strafe ausgesonnen! Ihr werdet Hingerichtet! Soldaten, nehmt ihn gefangen und bringt ihn vor die Tür.“
Sich, nach Kräften wehrend, versuchte Pheleus den starken Armen der Krieger zu entkommen, doch die Chancen standen gering. Als sie ihn die Treppen nach oben schleiften und man im Hintergrund den scharlachroten Paladin sämtliche Einrichtung und Behälter zertrümmern hörte, packte der Apotheker wutentbrannt eine seiner Phiolen am Gürtel und schüttete sie einem der Gerüsteten ins Gesicht.

Die Haut des Getroffenen begann sofort zu zischen und Blasen zu bilden. Als er vor Schmerz und sein Begleiter vor Schreck, losließen nahm Pheleus die Beine in die Hand.
Doch die Flucht dauerte nicht lange.
Als ob sie damit gerechnet hätten, wartete vor dem Haus ein dritter Soldat Loarderons, welcher den Flüchtenden mit einem Hammerschlag auf den Hinterkopf empfing.
Pheleus wurde schwarz vor Augen und er sackte ein paar Meter vor seiner Haustür, im kalten Schnee zusammen.


"Die Legende und Wikipedia sagen..."
Verfasst am: 02. 12. 08 [15:35]
phextis
Bruderschaft der Qualen
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Die Erinnerungen brannten wie ein Inferno in seinem Schädel, es war als würde er den Moment seines Ablebens noch einmal in aller Schärfe erleben. Wieder und wieder.


Pheleus hob langsam den dröhnenden Schädel. Sein Nacken war nass, zweifellos von seinem eigenen Blut und seine Sicht war verschwommen.
So konnte er nur einen golden schimmernden Schemen vor sich erkennen und zwei kräftige, in Kettenrüstung gehüllte Arme die ihn hart und rücksichtslos auf den Knien hielten.
Als er wieder klarer sehen konnte erkannte er sein Gegenüber wieder.

„Guntram, wer sonst hätte die Unverschämtheit zu solch einer Tat? Hatten eure Herrchen nichts Besseres zu tun als einen Unschuldigen zu quälen, Hund?“ – „In der Tat, seid ihr kein Unschuldiger Pheleus! Und die gerechte Strafe wird euch nun ereilen, schließt schon mal euren letzten pestverseuchten Gedanken ab.“
Der Paladin gab ein Zeichen und der dritte Soldat begann damit das Gebäude mit aller Sorgfalt zu entzünden.
„Ihr seid des Wahnsinns Guntram! Wo ist meine Frau? Und meine Tochter? Was habt ihr mit Ihnen vor?“

Die Frage beantwortete sich von selbst, als plötzlich, durch das Feuer aufgeschreckt, zwei Frauenstimmen aus dem oberen Stockwerk um Hilfe schrien.
„Die Inquisition hat eure Familie ebenfalls für schuldig befunden, Pheleus. Sie wussten was ihr treibt und haben keinen Finger gerührt, euch aufzuhalten. Nun seht sie brennen! Seht sie brennen und wisst, dass ihre Qualen nichts im Vergleich zu dem sind, was ihr ohne Zweifel dort erleben werdet wo ihr hingeht, wenn ich mit euch fertig bin.“
Außer sich vor Verzweiflung versuchte der Apotheker sich zu wehren, seine Peiniger mit abwechselnd flehenden und drohenden Ausrufen zu überzeugen. Vergebens.

Nachdem Pheleus‘ Geist vollkommen entflammt war vom Schmerz und Zorn, steckte Guntram auch noch seinen Körper in Brand, indem er den Gefangenen, um ihn zu Läutern, wie er es nannte, mit einer Fackel und etwas Öl das Haupt entzündete.
In Sekundenschnelle waren Pheleus Tränen verdampft, sein Haar verbrannt und seine Haut größtenteils Geschichte.

Das Letzte was der unschuldige, noch vor einem Tag höchstfröhliche, Apotheker wahrnahm war eine goldene Hand die seinen Schädel in den Schnee warf um ihn zu löschen und einen unendlich schweren Stiefel auf seinem Rücken. Pheleus Xantam Tissel hörte noch das Heransausen von Guntrams Waffe und seine Sinne erloschen für Immer.

"Die Legende und Wikipedia sagen..."
Verfasst am: 02. 12. 08 [15:36]
phextis
Bruderschaft der Qualen
Sturmaxtclan

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Für Immer?

Ebenso wie damals sein Geist erlosch, tat es jetzt das Inferno aus Erinnerungen.
Die eiskalte Stimme war schon lange verschwunden, das konnte er nun hören.
Das einzige was in Pheleus Gedanken hin- und her hallte war ein Name und der Durst nach Rache.
Mit neu geschärften Sinnen sah er sich um, orientierte sich und rannte los nach Loarderon, um ein letztes Ziel zu verfolgen.

Er musste Guntram Kirlitas finden und zur Rechenschaft ziehen!


"Die Legende und Wikipedia sagen..."
Verfasst am: 05. 12. 08 [16:02]
xrylk
Kalimdors Späher

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*eine dunkle Gestalt steht einige Häuser weiter entfernt. Der Wind greift in einen zerrissenen Umhang. Rotglühende Augen heften sich an den frisch erwachten Verlassenen. Ein Lächeln umspielt die narbigen Lippen*


So ist es recht, mein Kind. Ziehe los und fordere deinen Preis. Mögest du erstarken und mir trefflich dienen - unsere Zeit beginnt jetzt!

Aus der Finsternis des zukünftig Vergangenen sehnt der Magier sich nach Licht. Einen Weg heraus zwischen zweierlei Welten - Feuer, zieh´ mit mir