shao
Dabei seit: 18.09.2009 Beiträge: 38
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Unschlüssig steht die Priesterin vor der Kathedrale. Viel Zeit war vergangen seit sie zum letzten Mal einen Fuß in das Kloster gesetzt hatte in dem sie vor Jahren ausgebildet wurde. Zögerlich geht sie die wenigen Stufen hinauf bis sie letztlich vor dem grossen Portal stehen bleibt. Ein letztes mal sieht sie sich um, saugt alles was sie sieht in sich auf. Das grün des gepflegten Rasens, die Farben der Blüten in den Kübeln an den Wegrändern, das Blau des Himmels. Als ihr Blick umherschweift streift er kurz einen kleinen goldorange schimmernden Vogel, als sie irritiert genauer hinsehen will ist dieser jedoch verschwunden. Schulterzuckend wendet sie sich dem Portal zu, atmet tief durch und stösst dieses letztlich energisch auf.
Festen Schrittes geht sie durch die leere, nur von Kerzenschein erleuchtete Kathedrale, tritt durch eine kleine Tür hinter dem Altar und kniet mittig in dem runden Raum dahinter nieder.
"Bist du endlich da, Kind" spricht ein Chor aus vielen Stimmen, undeutlich kann sie dunkle Schemen in den Schatten wahrnehmen. Schweigend senkt die Priesterin den Kopf.
"Lange schon erwarten wir dich. Bist du nun endlich bereit den letzten Schritt zu tun, die letzte Prüfung abzulegen und dich deiner Bestimmung zu beugen?"
"Die Umstände lassen mir keine Wahl mehr..." die Antwort der Elfe kommt leise, kaum hörbar. Als sie den Kopf wieder hebt klingt sie jedoch entschlossen: "Wenn ich nur so in der Lage bin die zu retten an denen mir liegt..."
"So sei es" die Stimmen kommen näher als die Priesterin sich erhebt, die Schemen beginnen sich um sie zu bewegen, immer schneller einen Ring um sie ziehend. Schneller und schneller kreisen die Schemen um sie, beginnen silbern zu strahlen. Das Licht das von ihnen ausgeht wird immer heller und heller, spiegelt sich in den Augen der Elfe, blendend hell wird es und doch kann sie den Blick nicht abwenden, die Augen nicht schliessen.
Ein leises Stöhnen entweicht ihr, sie hätte nicht erwartet das es so schmerzhaft wäre. Das Licht in dem kleinen Raum ist mittlerweile strahlend hell, wie ein Stern der vom Himmel gefallen ist leuchtet es den ganzen Raum aus, spiegelt sich in den Augen der Elfe.
Der Wirbel aus Licht legt sich schliesslich um den Körper der Elfe, hüllt sie zur gänze ein bis der Eindruck entsteht das strahlen würde von ihr ausgehen. Nach einer Weile lässt das Leuchten nach und die Elfe fällt kraftlos zu Boden. Tränen rinnen ihr aus den silbrig schimmernden Augen.
Lange Zeit liegt sie so dort, reglos, die Tränen das einzige sichtbare Lebenszeichen. Schliesslich setzt sie sich vorsichtig auf, einen stummen Hilfeschrei aussendend. Ihren Stab zu hilfe nehmend tastet sie sich schliesslich blind aus dem Raum und der Kathedrale. Mit unsicheren Schritten durchschreitet sie letztlich die Klosterpforte, den Weg Richtung Unterstadt einschlagend.
Hoch über ihrem Kopf flattert der kleine Vogel, ein Phönix, beobachtet sie aus klugen Augen.
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