Die Hallen der alten Sprache

Ein Lied vom Tod

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Verfasst am: 04. 02. 10 [17:24]
shao

Dabei seit: 18.09.2009
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Flüsternd singt der Wind ihr Lied, raschelndes Blattwerk zollt ihm Respekt.

Silberne Augen, den Sternen zugewandt, reglos liegt sie am Ufer, ein Schleier aus Feuer, rotes Haar, die weiße Priesterin. Ein heiseres Flüstern, ein Name nur, schickt sie die Freundin, gebeugte Gestalt, zu finden ihren Wächter.
Keine Bewegung, still liegt sie da, spürt die Not ihres Wächters, kann sich nicht rühren, spürt die Gefahr, kochendes Blei in den Gliedern, niedergedrückt, völlig entrückt, liegt sie so da.

Dunkel die Nacht, Sternenlicht, ein Irrlicht kommt tanzend angeflogen. Aufgebracht hüpft es vor ihren Augen, sanfte Berührung, zart und klar, den Schmerz des Abschieds darin verborgen. Silbernes Augenpaar, den Sternen zugewandt, weinen eine Träne, reglos liegt sie da, die weiße Priesterin, nur der Vogel aus Feuer an ihrer Seite.

Atemzug um Atemzug, unregelmässiges Heben und Senken der Brust, kommt er geschlichen, dämonischer Schatten. Ihr Leben zu stehlen, die Seele zu rauben, still liegt sie da, dem Schicksal ergeben. Schwingen aus Feuer, meergrüne Augen, vertreiben den Dämon zunächst. Doch kehrt er zurück, dämonischer Schatten, mit irrem Lachen und Blick. Gemurmelte Worte, brennendes Eis an den Händen, hat er sie verflucht.
Ein drittes Mal, dämonischer Schatten, sucht sie zu wecken, zu retten die Freundin in Not. Atemzug um Atemzug, ein stilles ringen, sucht sich zu regen. Langsam nur kriecht sie hin zur Freundin, unfähig zu helfen, hält sie in Armen. Überlässt es der Eisigen, spöttischen Händen, zu schliessen die Wunden, leerer Blick aus silbernen Augen, streichelt der Freundin das Haar. Zärtliche Hände, Schwester aus Licht, tragen die Freundin davon.

Zurück bleibt die Weiße, am Boden allein, ein Aufschrei: Warum?
Ein Meer aus ungeweinten Tränen, salzig und bitter, silberne Augen, leerer Blick, stundenlang liegt sie, alleine am Boden.

Atemzug um Atemzug, Herzschlag um Herzschlag, schleppt sich ins Heim ihrer Schwester. Kein Gruß, kein Wort, nur leere Augen, sinkt sie in traumlosen Schlaf. Kaum graute der Morgen, begann ihre Reise, grüne Hügel und Wiesen, Dämonische Wesen, am Rande des Nethers stand sie. Leere Augen, sehen die Sterne, brennende Tränen, ungeweint.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.02.2010 um 17:28.]

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