Die Hallen der alten Sprache

Geschichten aus der Nachtwache - Die Dunkle Fürstin, eine Audienz und eine Verkündung

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Verfasst am: 06. 11. 09 [15:05]
andranath
Bund der wilden Pfade

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Andranath schloss die Tür ihrer Schreibstube hinter sich. Was ihr fahles Gesicht verzierte, konnte getrost ein Lächeln genannt werden. Sie hatte wirklich nicht erwartet, das das Gespräch mit Meister Xrylk und der Dunklen Fürstin so...nun...zufriedenstellend verlaufen würde. Im Grunde hatte die Fürstin ihr all ihre Bitten gewährt. War ihr Zorn verflogen? Oder hatte sie ein neues Intrigenspiel begonnen, bei welchem sie der Nachtwache eine Rolle zugedacht hatte? Nun, für den Moment sollte dies egal sein. Sie schlurfte hinüber zu ihrem Schreibtisch und zog das Wirtschaftsbuch der Nachtwache zu sich herüber. In den letzten Monaten hatte sie viele Zahlungsausgänge, aber nur verschwindend geringe Einnahmen verzeichnen müssen. Zufrieden schwang sie die Feder um die versprochenen Wolllieferungen für die neuen Wappenröcke, die Decken und die Unmengen von Stroh für die Betten der Wächter niederzuschreiben. Eine boshafte Freude überkam sie vor allem bei dem Gedanken an die neue Wachstube, welche früher einmal das Gemach des Apothekers Putress gewesen war. Ihm hatte Andranath die Situation der Nachtwache während der letzten Monde zu verdanken gehabt. Derzeit ließ die Quartiermeisterin die neue Wachstube, tief unten im Apothekarium, von menschlichen Sklaven ausräumen und schrubben.
Nun wurde es Zeit die ihr übertragenen Befehle auszuführen und neue Wächter anzuwerben. Erneut nahm sie die Feder zur Hand und breitete ein Pergament vor sich aus. Für einige Momente saß sie nur da und dachte nach, dann schließlich begann sie zu schreiben...


Es waren einige Stunden vergangen, seit Andranath die neue Wachstube inspiziert und offiziell übernommen hatte.
Nun passierte sie gemächlichen Schrittes das Tor zu den Hallen der Alten Sprache und sah sich um. Stellte sie sich manch eine der anwesenden Gestalten als Wächter der großen Städte vor, wäre es ihr kalt den Rücken herunter gelaufen, wenn sie noch in der Lage gewesen wäre Kälte zu spüren.
Sie seufzte schwer und schritt auf die großen Tafeln für die Aushänge zu. Mit einigen geschickten Handgriffen heftete sie ein Pergament an die Tafel, räusperte sich und las es laut vor:


GESUCHT: GEWISSENHAFTE UND BELASTBARE STREITER DER HORDE FÜR DEN DIENST AN DER GEMEINSCHAFT! (Die Fähigkeit den eigenen Namen schreiben zu können wäre von Vorteil, ist aber nicht zwingend erforderlich.)


Auf Geheiß des Kriegshäuptlings Thrall und der Dunklen Fürstin Sylvanas werden ab dem heutigen Tage die Wachen der großen Städte zusammengeschlossen um künftig die Gefahr bedauerlicher Zwischenfälle durch Verräter in den eigenen Reihen zu minimieren. Aus diesem Grunde sucht auch die Königliche Nachtwache zu Lordaeron, welche ab sofort einfach als "Nachtwache" der Horde bekannt sein wird, vorbildliche Streiter aller Völker um ihr derzeitiges Personaldefizit auszugleichen. Geboten wird ein eigenes Quartier, guter Sold bei harter aber ehrenhafter Arbeit, eine warme Speise täglich und ein ganzer freier Mond.

Interessierte finden sich bitte an diesem Sonntag zur 18. Stunde in der Hauptwachstube am Silbermonder Portal zu Lordaeron zur Musterung ein. Anwärter, welche zu diesem Zeitpunkt verhindert sind, können mich in Kürze auch in der Schreibstube der Nachtwache aufsuchen, welche hier in den Hallen eröffnet werden wird.


gez.
Andranath von Andorhal
Quartiermeisterin der Nachtwache





And the raven, never flitting, still is sitting, still is sitting
On the pallid bust of Pallas just above my chamber door;
And his eyes have all the seeming of a demon's that is dreaming,
And the lamp-light o'er him streaming throws his shadow on the floor;
And my soul from out that shadow that lies floating on the floor
Shall be lifted - nevermore!