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Verfasst am: 09. 12. 09 [03:45]
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shao
[Themenersteller]
Dabei seit: 18.09.2009 Beiträge: 38
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"Hast du dich jemals gefragt was hinter dem Horizont wartet?" Immer wieder aufs neue stellte sie ihm diese Frage. Es war wie ein Spiel, an seiner Antwort konnte sie ablesen wie der restliche Abend und die Nacht verlaufen würden.
Ein leiser Unmutslaut war zu hören als sie an die letzte Nacht mit ihm dachte. Wie so oft in letzter Zeit hatten sie sich gestritten. Diesmal war es so schlimm, das er sie früher, viel früher als sonst verliess.
Seit Tagen schon wartete sie auf ein Zeichen von ihm, doch nichtmal der Schatten seines mechanischen Kaninchens war zu sehen.
Wut, Enttäuschung und, wie sie sich selbst eingestehen musste, auch eine gewisse Sehnsucht tobten in ihr, raubten ihr auch in dieser Nacht den Schlaf. Leise fluchend erhob sie sich endlich, trat hinaus auf den Balkon und starrte in die Ferne. Ein kühler Wind lies ihr langes, rotes Haar wie eine Fahne flattern, kühn streckte sie ihm ihr Gesicht entgegen. Einen hauch von Meeresluft in der Nase traf sie endlich eine Entscheidung.
Gierig sog sie nochmals die Nachtluft ein, trat dann zurück in ihr Zimmer und kramte aus der dunkelsten Ecke ihres Schrankes ein kleines Stoffbündel und einen Hut.
Eilig zog sie ein weisses Hemd und schwarze Hosen an, streifte sich die weichen Stiefel über und band die rote Schärpe zu einem festen Gürtel, an dem sie ihren Dolch und einige kleine Beutel befestigte. Ein letzter Beutel lag noch offen auf dem Bett, er schien nichts zu enthalten ausser ein paar wertlosen Steinen. Kurz schwebte ihre Hand darüber, griff dann jedoch nach dem roten Hut, mit der anderen zwirbelte sie ihre Haare zusammen. Geschickt setzte sie den Hut so auf das er ihr rotes Haar verdeckte und einen Schatten auf ihre Gesichtszüge warf. "So werden sie keinen Verdacht schöpfen", murmelte sie nach einem kurzen Blick in den Spiegel, "und wenn es Tag wird, werden wir schon zu weit auf dem Meer sein."
Im Schutz der Dunkelheit machte sie sich auf den Weg zum Hafen, vorbei an den Lagerhäusern ihrer Familie lenkte sie ihre Schritte zum Anlegeplatz der Black Diamond. Das Schiff ihrer Schwester war unverwechselbar. Majestätisch ragten die Maste des rabenschwarzen Schiffes in den Nachthimmel, nur wenig Betriebsamkeit war an Deck zu erkennen, doch wusste sie das einige gezielte Stiefeltritte und schneidende Befehle genügen würden es binnen kürzester Zeit zum Auslaufen zu bringen.
"Vielleicht waren die Monate bei den Piraten doch keine Zeitverschwendung" grimmig lächelnd straffte sie ihre Schultern, atmete tief durch und betrat mit festen Schritten das Schiff.
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Verfasst am: 09. 12. 09 [04:17]
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shao
[Themenersteller]
Dabei seit: 18.09.2009 Beiträge: 38
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Tatsächlich dauerte es länger als erwartet bis die Mannschaft erkannte das nicht ihr Kapitän, sondern nur ihre Schwester die Befehle gab.
Schnell jedoch merkten sie das auch sie ein Schiff zu führen verstand und das es wenig ratsam wäre ihr zu widersprechen.
So stand sie also am vierzehnten Tag ihrer Reise am Bug der Black Diamond, das rote Haar offen im Wind wehend, das Gesicht lächelnd der untergehenden Sonne entgegengestreckt, als sie in der Ferne Land bemerkte.
Ob dies das Land hinter dem Horizont war? Erwartungsvoll erteilte sie den Befehl in gebührendem Abstand zu kreuzen und eine kleine Erkundungstruppe zusammenzustellen. Sie war gespannt was sie dort erwarten würde.
Als die Sonne schliesslich im Meer versank waren alle Vorbereitungen abgeschlossen und sie sowie 5 Mitglieder der Besatzung ruderten auf die Landmasse zu.
An einer durch einen Felsbrocken geschützten Stelle zogen sie das kleine Ruderboot an Land und machten sich daran ein kleines Lager aufzuschlagen und die nähere Umgebung zu erkunden.
Schnell gaben sie dies jedoch auf als sich Wolken vor den Mond schoben und die Dunkelheit undurchdringlich wurde. Schnell teilten sie die Wachen ein und bald schon kehrte Ruhe ein in dem kleinen Lager.
Sie selbst lag mit offenen Augen auf ihrer Decke, wieder keinen Schlaf findend. Nach einer Weile erhebt sie sich langsam und geht auf den Waldrand zu, leisen Schrittes den Wachposten umgehend drang sie tiefer und tiefer in den Wald ein, bis sie schliesslich den Rand einer Lichtung erreichte.
Inmitten der Lichtung stand ein merkwürdiges Gebäude, fast so schien es ihr als sei es aus einem Kristall geschnitten und schief in den Boden gerammt worden. Und doch konnte sie sich nicht vorstellen wie man einen Kristall dieser Grösse an diesen Ort hätte bewegen sollen.
Aus den Augenwinkeln bemerkte sie eine Bewegung und trat eilig in den Schatten der Bäume zurück. Zunächst konnte sie kaum etwas erkennen, doch als die Gestallten vom Licht aus dem Gebäude erhellt wurden, wurde ihr klar wo sie sich befand.
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Verfasst am: 23. 01. 10 [23:26]
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shao
[Themenersteller]
Dabei seit: 18.09.2009 Beiträge: 38
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Eine zierliche Draenei verbeugte sich vor ihren Begleitern, diese betraten das Gebäude, sie selbst trat hinaus auf den Weg und wandte sich dem Pfad durch den Wald zu. Als sie in der Nähe des Verstecks der Elfe vorbeikam, hielt sie für einen Augenblick inne und blickte kurz in deren Richtung, setzte dann jedoch lächelnd ihren Weg fort.
Einem inneren Drang nachgebend folgte sie der Draenei weiter durch den Wald, immer sorgsam darauf bedacht im Dickicht verborgen zu bleiben, hatte sie dennoch das Gefühl das die junge Draenei ihre Anwesenheit bemerkte, fast sogar begrüsste.
Im Morgengrauen erreichten sie den Waldrand. Dort angekommen stoppte sie ihre Schritte, als sie einer dicklichen Gestalt ansichtig wurde, die von einer - sie stutzte - ja, tatsächlich, von einer Hyäne begleitet wurde. Fast schien als hätte sie die Draenei erwartet, denn kaum trat diese an den Saum des Waldrandes kam der - wie sich beim näherkommen herausstellte - bärtige, recht wild aussehende Zwerg auf sie zu. Lachend sprach er auf die Draenei ein, fuchtelte mit den Armen, zeigte zunächst auf die Hyäne, dann auf sich selbst. Die Elfe im Unterholz verstand kein Wort von seinem gefasel, doch schien er sich vorzustellen, denn die Draenei wiederholte eines der Worte lächelnd: Barnem. Kurz darauf verbeugte sie sich tief und nannte ihm wohl ihren Namen: Yadirah, den auch er, mehrfach, wiederholte, wobei er die Draenei kaum aus den Augen liess und ihr fröhlich zuzwinkerte.
Das junge Wesen dort quitierte dies lediglich mit einem freundlichen Lächeln, ebenso wie die folgenden Ausführungen des Zwerges. Elegant liess sie sich an einem Baumstamm nieder, eine Rast einzulegen nach der Stunden andauernden Wanderung durch den Wald.
Dankbar für die Pause lehnte sich die Elfe, wohl vom Unterholz vor neugieriegen Blicken geschützt, gegen einen umgekippten Baum und schloss für einen Moment die Augen.
Sie musste wohl eingeschlafen sein, denn als sie die Augen wieder öffnete, waren der Zwerg und die Dreanei verschwunden. Die beiden hatten reichlich Spuren hinterlassen, und da ein Weg so gut wie der andere Schien, folgte sie ihnen kurzerhand.
[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 24.01.2010 um 14:41.]
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