Die Hallen der alten Sprache

Trollpfade

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Verfasst am: 02. 03. 10 [07:57]
papashindar
Stamm der Bluthauer

[Themenersteller]
Dabei seit: 19.08.2009
Beiträge: 32

Tief im Urwald Stranglethorns steckt ein Stab in den Boden gerammt. Robe und Rüstzeug sowie ein Gürtel, an dem einige Schrumpfköpfe, Skalps und andere Okkulte Gegenstände befestigt sind, wurden scheinbar achtlos darübergeworfen.
Nur ein paar Schritte weit entfernt, hockt Shindar mit geschlossenen Augen nahe des Wasserfalls.

Seine Gedanken drehen sich seit Stunden im Kreis, Chiranta, der Stamm, der Krieg.
Unwillig knurrend versucht er Ordnung in das durcheinander zu bringen, das wie ein Fels auf seinen Schultern liegt.
Chiranta, seine Gefährtin, trägt Wunden die von weit mehr als dem letzen Kampf herühren, aber er kann ihren Ursprung und somit die nötige Medizin nicht finden.
Das Seelenband zwischen ihnen lässt ihn ein teil ihrer Wut spühren.
Verbunden mit den eigenen, sorgsam unterdrückten dunklen Instinkten schlägt diese Wut Risse in den über lange Zeit aufgebauten Schutzmantel der Gleichmut.
Er ist Papa Shindar, Hougan und Häuptling. Er muss Entscheidungen treffen und erhobenen Hauptes vorrangehen.
Für den Bruchteil eines Augenblickes fragt er sich wie es wäre, einfach nur Shindar zu sein.
Abermals ein unwilliges knurren. Das ist nicht der Weg dieses Trolles, wird es nie sein.
Es ist Zeit den eigenen Willen zu festigen und zu dem was er ist, sein muss, zurückzukehren.
Langsam zieht er den Dolch aus der Scheide an dem einfachen Lendenschurz und prüft mit einer Klaue die Schärfe der Klinge. Dann greift er nach einer kleinen Holzschale in der ein dunkelrotes Gebräu unheilvoll vor sich hindampft und leert sie in einem Zug.
Er spührt wie die Gedanken nach kurzer Zeit schon undeutlich werden, spührt den herzschlag heftiger werden. Instinkt übernimmt dort, wo eben noch Gedanken rasten, färbt die Welt in Grautöne. Ein tiefes Brüllen entringt sich der Kehle des Trolles als er, die Klinge in der Faust im Unterholz verschwindet.

Einige Stunden später schlendert Papa Shindar betont lässig durch den Tunnel nach Booty bay. Dünner Rauch käuselt sich von der Zigarre in seinem Mundwinkel und das leise rascheln der Robe ist der einzige Laut.
Frisches Blut färbt seine Hauer Rot, bezeugt als einziges das Geschehen dieser Nacht.
Sein Gesicht eine unerschütterliche Maske des Gleichmutes


[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 02.03.2010 um 07:59.]

Diesa Thread sai gesegnet, Hombre

Hi`reek, Loa, geflügelta Schreck`n
Lass unsre Feinde erbärmlich vereckn
Verfasst am: 02. 03. 10 [12:41]
saew
Stamm der Bluthauer

Dabei seit: 04.03.2009
Beiträge: 38

Eine verhüllte Gestalt blickt dem Troll nach und folgt ihm dann. Die Kaputze tief ins Gesicht gezogen, den Mantel hoch verschlossen. Der Schlitz am Rücken lässt den Schwanz erkennen. Bleiche Tätowierungen. Hufen kaum hörbar. Gedankenverloren dem Troll folgend.

<<Was machst du da eigentlich, du blaues, dummes Hornding?>>,fragt sie eine innere Stimme.
>>Dem Troll dort folgen. Er sieht wie jener aus, der da auch bestimmt.<<
<<Selbst wenn, was hast du davon? Er ist... dir überlegen. Schau dich an, verlorene Seele. Was willst du nur? Wenn du göttlichen Beistand willst, dann geh in die Kathedrale. Geh zu einem Menschenpriester. Wenn du sterben willst gibt es genug Möglichkeiten, die wenigstens noch ein wenig Erheiterung bieten...>>


Sie schüttelt den Kopf, folgt weiter. Lächelt sogar unter der Kaputze. Sie hate Streit mit IHM gehabt. Wenn sie das mögliche Zusammentreffen mit diesem Troll überleben würde, vor dem ihre "Retterin" soviel Ehrfurcht hatte, dann würde sie auch das unmögliche meistern. Den Versuch, als Wiedergekehrte ein Leben mit einem Partner - mit vielleicht nur eingebildeten Gefühlen, da sie ja tot ist..., aber eine Beziehung zu führen. Sich wieder wie eine Person zu fühlen. Die Ausbrüche unter Kontrolle zu bekommen.
Wer will schon eine Münze werfen, wenn er einem Troll gegenüberstehen kann?