Die Hallen der alten Sprache

Zwei Brüder - Licht und Feuer

Autor Nachricht
Verfasst am: 15. 10. 08 [03:08]
Avaleth

Dabei seit: 22.10.2007
Beiträge: 291

Für Avaryon.
( Mangels Rechte. )

Die Avari-Zwillinge

Auszug aus den Familienchroniken des Hauses Do'Amalarn
Geborgen aus den Ruinen des Anwesens, heute bekannt als Todesfeste


16.Tag des 6. Monats 6955 Jahre nach der Ankunft im Osten, geschrieben von Seldszar.

Heute war es soweit, Mayisstra brachte meine Söhne zur Welt. Leider ist das Schicksal des Älteren immer noch ungewiss. Diese Schlange von Dienerin hat meinen Erstgeborenen, kaum auf der Welt, an sich gerissen und in die Dunkelheit des Waldes entführt. Alle Wachen sind ausgesandt, wehe sie bringen mir meinen Sohn nicht wieder.

Glücklicherweise verlief die Geburt meines Zweitgeborenen problemlos. Avarion liegt bei meiner Frau, bis wir eine vertrauliche Amme gefunden haben.

18. Tag des 6. Monats des Jahres 6955, geschrieben von Seldszar.

Das Schicksal Avaranions liegt noch immer im Dunklen. Ich habe bereits Wachen nach Morgenluft und Silbermond gesendet, bisher ohne Erfolg. Ich befürchte das Schlimmste. Silbermond ist groß, wenn es die Schurkin bis dorthin geschafft hat könnte mein Sohn für immer verloren sein.

Avarion, jedoch, scheint kerngesund. Es erfüllt mein Herz mit Freude und Stolz seine Neugierde zu beobachten.

18. Tag des 6. Monats des Jahres 6955, Nachtrag.

Die Schurkin wurde tot in der Mördergasse aufgefunden, von meinem Sohn keine Spur. Die Wachen haben mir mitgeteilt, dass sie jeden Winkel Silbermonds nach meinem Sohn durchsucht haben und es demnach keine Hoffnung für das Finden meines Sohnes gäbe. Mögen ihre Seelen im Jenseits Ruhe finden.

2. Tag des 7. Monats des Jahres 6955, 14 Tage nach Avaranions Verschwinden, geschrieben von Seldszar.

Noch immer kein Erpresserbrief oder eine Spur meines Sohnes. Mayisstra und ich haben die Hoffnung auf ein Wiederfinden verloren.
Ich lege all meine Erwartungen und Träume in die Hände Avarions. Er soll mein Erbe, Tag meines Ablebens, übernehmen. Ich spüre bereits arkane Begabung in ihm und bin mir sicher, er wird eines strahlenden Tages zum Hochmagister wie meine Frau und ich, vielleicht sogar mächtiger.

18. Tag des 6. Monats des Jahres 6958, geschrieben von Seldszar.

Bei der jährlichen Gedenkmesse Avaranions ließ uns die Sonne große Freude zu Teil werden. Die Priesterin Sabal, gepriesen sei ihre Fürsorge, kümmerte sich die letzten drei Jahre um ein Kleinkind. Wie es das Schicksal so wollte, hat die verruchte Hebamme anscheinend ihr Diebesgut der Priesterschaft übergeben. Sabal hat sich all die Jahre um meinen Erstgeborenen gekümmert. Trotz der religiösen Erziehung, die ihm zu Teil wurde, bin ich heilfroh, ihn wieder bei uns zu sehen. Sein Bruder scheint sich ebenfalls gut mit ihm zu verstehen, er soll trotz Allem weiterhin den Namen des Erstgeborenen tragen. Ich hoffe Avaranion gewöhnt an seinen neuen Namen, ich werde keinerlei Anstalten machen, mir den zu merken, den die Priesterin ihm gab.

--------------------------------------------------

Abschrift einer Aufnahmebestätigung der Magierakademie zu Silbermond
Schularchiv


Sehr geehrte Großmagistren aus dem Hause Do'Amalarn!

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu dürfen, dass die Sprösslinge

Avaranion Do'Amalarn

und

Avarion Do'Amalarn

die Prüfung zur Aufnahme in die Magierakademie zu Silbermond erfolgreich ablegen konnten.


Laut §2 des Schulgesetzes sind sie damit des Schulbesuchs an der Akademie für arkane Künste berechtigt.

Die Schüler haben sich am 1. Tag des ersten Monats 6961 auf dem Haupthof einzufinden.

Anbei der Stundenplan und eine Liste der notwendigen Unterrichtsmaterialien.

Ich hoffe auf ein erfolgreiches Studium Ihrer Nachkommen.

Hochachtungsvoll,
Schulleiter Thoradas Ansuizzes

Silbermond, 5. Tag des letzten Monats des Jahres 6960

Tagebucheinträge Avaranion Do'Amalarns

Libes Buch!

Meine Eltern sagen ich soll dich als ein Tagebuch verwenden, und oft in dich hineinschreiben - zum Üben. Sie sagen Sabel hat dich mir Geschenkt, als ich zu meinen Eltern gekommen bin. Ich vermiss Sable. Vielleicht kann ich sie ja mal besuchen, ich werde Mutter fragen.

Mein Zimmer, 7. Tag des 11. Monats des Jahres 6960

Libes Tagebuch!

Ich habe die Aufnahmeprüfung nicht gemacht, und dennoch bestanden. Das klingt unglaublich, nicht wahr libes Tagbuch? Mein Bruder kam nochmal zur Prüfung dran und hat sie für mich gemacht, aber nicht absichtlich. Hauptsache bestanden, ich hoffe nur es hat niemand gemerkt. Hoffentlich erinnert sich auch Niemand daran, dass ich bei der Prüfung schwarze Haare hatte.

Jetzt gibt es Abendessen, bis morgen libes Tagebuch.

Akademiezimmer, 15. Tag des 3. Monats des Jahres 6964

Liebes Tagebuch!

Mittlerweile ist es ja schon fast eine Tradition. Ich laufe im Unttericht mit schwarzen Haaren herum und mein Bruder legt die Prüfungen für mich ab. Heute war es die in Verwandlung. Ich wünschte ich könnte die Prüfungen selber erledigen, jedoch will mein Vater nur die besten Noten von mir sehen, und dafür müsste ich auf die Besuche bei Sable verzichten.
Sable ist so weise. Wenn es nicht Vaters Wille wäre, dass ich zur Magierakademie gehe, ich würde mich sofort nur von ihr unterrichten lassen. Bis jetzt kann ich gerade mal die Wunden heilen, die ich mir regelmäßig im Dornengestrüpp zuziehe, wenn ich aus der Schule schleiche. Übrigens: Ich muss schon wieder meine Robe flicken, ist das zu glauben? Mittlerweile denke ich, dass ich mir eine neue schneidern sollte, um keine Aufmerksamkeit zu erregen...

Wie gesagt, ich muss mich nun um meine Robe kümmern, bis bald liebes Tagebuch.

Bald-nicht-mehr Akademiezimmer, 27. Tag des 6. Monats des Jahres 6965

Liebes Tagebuch!

Es musste ja so kommen, beim Fest heute kam der Schulleiter hinter unser, naja eher mein, Schummeln beim Test. Die Besten Schüler des 5. und letzen unteren Zirkels wurden heute Großmagister Rommath vorgestellt. Der wollte jedoch von jedem von uns einen kleinen Trick vorgeführt bekommen. Mein Bruder meisterte ihn problemlos, ich... tja... komme gerade aus dem Lehrerzimmer, den Schulverweis schon in den Händen. Mein Bruder ist jetzt dort. Ich habe versucht die Schuld, so weit wie möglich, auf mich zu ziehen, allerdings fürchte ich ihn erwartet ebenfalls ein Verweis.

Die Eltern werden Informiert. Ich werde bei Sable unterkriechen und mich zum Priester ausbilden lassen. Ja ich werde zum Priester, Vaters Meinung kann mir gestohlen bleiben. Ich hoffe nur Sable weiß eine Möglichkeit, dass Bruders Magierausbildung fortgesetzt werden kann.

-------------------------------------------------------

Auszug aus den Familienchroniken des Hauses Do'Amalarn

16. Tag des 2. Monats 6976, geschrieben von Avarion.

(...)und deshalb wurde ich an diesem Tag in die Kammer des Rates der Magierakademie gerufen, wo auch Großmagister Rommath anwesend war.
Da sie meinen Bruder schon abgefertigt hatten, fiel es mir nicht schwer die verschmitzten Grinser der vor Ort vertretenen Magister zu erkennen, was meinen Zorn noch mehr entfachte.
Als ich dann vom Großmagister Rommath erfuhr, dass ich die Akademie verlassen sollte, konnte ich meine Wut nichtmehr Kontrollieren. Beherrschungslos warf ich dem Großmagister neben bösen Blicken auch einen Feuerball entgegen und rannte aus dem Raum.
Entgegen dem, was ich dachte, nämlich, dass ich jetzt erst recht verwiesen werden sollte, rief mich Großmagister Rommath zurück. Ich blieb stehen und blickte erwartungsvoll zu den heranstürmenden Robenträgern, welche daraufhin sofort anfingen mich zu beschimpfen und zu verscheuchen.
Rommath jedoch, ließ ein lautes "Ruhe!" ertönen.
Er meinte ich wäre zu begabt in der Magie des Feuerzweiges, um nicht weiterstudieren zu dürfen.
Er hätte nie einen so jungen Schüler in so geringer Zeit einen Feuerball wirken und so zielgenau schleudern sehen.
Er legte seine Hand auf meine Schulter und führte mich fort, mit der anderen Hand die Brandflecken aus den wenigen übrigen Flecken seiner Robe wegwischend.
Er erklärte, dass zwar mein Bruder trotzdem von der Schule verbannt würde, er sich jedoch persönlich mit Teilen meiner Unterweisung beschäftigen wollte.

Tagebucheintrag Avaranion Do'Amalarns

Studienzimmer, 11. Tag des 8. Monats des Jahres 6968

Der Zustand meines Bruders bessert sich rasch. Ich fand ihn heute in der Mördergasse, schwer verwundet und von drei verkohlten Leichen umgeben. Wer weiß, ob er überlebt hätte, wenn ich nicht herbeigeeilt wäre, aber ich greife vor:
Heute hatte mein Bruder wieder seinen regelmäßigen Termin beim Haarstylisten. Er nimmt den Weg durch die Mördergasse, seiner Kürze wegen, und ich habe ihn schon oft darum gebeten über andere Straßen auszuweichen. Er wollte nicht auf mich hören, bis jetzt war ja auch noch nie etwas passiert. Heute lauerten ihm jedoch drei Räuber auf. Offensichtlich verbrannten sie recht schnell, jedoch wurde Bruder auf dem Bauch getroffen. Ihn zu heilen war ein Leichtes, du weißt ja wie schnell ich auf dem heiligen Gebiet Fortschritte mache, dennoch galt es keine Zeit zu verlieren, denn er verlor viel Blut.
Falls du dich nun fragst, was mich in die Mördergasse führte: Ich kann es auch nicht sagen. Auf einmal machte ich mir große Sorgen und bin ihm nach, und dann lag er einfach da.

Ich werde wieder nach ihm sehen.

Auszug aus den Familienchroniken des Hauses Do'Amalarn

16. Tag des 2. Monats 6976, geschrieben von Avarion.

...Als wir die dritte Nacht in Dalaran verbracht hatten, ich hatte mich bereits für die letzten drei Jahre des Magisterstudiums eingetragen, riss es mich und meinen Bruder gleichzeitig aus dem Schlaf. Ich fühlte mich plötzlich so schwach und leer und nicht imstande auch nur ein wenig Energie für einen Zauber aufzuwenden und ich erkannte, dass es meinem Bruder wohl genauso erging.
Wir stürmten in die erstaunlich volle Vorhalle des zweiten Turms von Dalaran und wurden sofort über Schreckliches informiert.
Man erzählte uns, dass Arthas der Verräter, bereits eine breite Bresche durch die Länder unseres Volkes geschlagen hatte und Silbermond unter Belagerung stand.
Am Schlimmsten jedoch war die Tatsache, dass er den heiligen Sonnenbrunnen entweiht und geschändet hatte. Das war auch der Grund für unser böses Erwachen. Avaranion drängte mich, sofort aufzubrechen und Heim zu kehren.

18. Tag des 2. Monats 6976, geschrieben von Avarion.

Ich weiß nicht, was mich schlimmer trifft.
Der schreckliche Verlust unsrerer Familien, die Verluste in den Reihen der Hochelfen, oder der dramatische Abfall unsererer magischen Energien, durch die Zerstörung des Brunnens.
Ich fühle mich schwach, wie nie und sehe wie es meinem Bruder ähnlich ergeht. Jedoch kann er sich noch auf die göttlichen Kräfte berufen in dessen Dienst er sich gestellt hat…

19. Tag des 2. Monats 6976, geschrieben von Avarion.

Unser Anwesen ist größtenteils zerstört, ich erkenne es kaum wieder.
Wir haben heute die familienchroniken gefunden, wir werden alle unsere Tagebucheinträge in die Crhoniken heften und mit diesem Kapitel unseres Lebens abschließen.

Ja, es ist besser zu vergessen, wie wir uns durch unsere Diener kämpfen mussten um auf den obersten Balkon zu kommen, nur um dort auch unseren Vater zu einem Untoten erhoben zu sehen. Wir handelten Instintkiv. Wer schneller ist überlebt, wir hättten wohl kaum einen Angriff unseres mächtigen Vaters überlebt, doch Dank seiner gewissenvollen Ausbildung waren wir schneller.

Wir begruben ihn vor den Toren, Mutter fanden wir nicht. Avaranion drängt mich diesen ekelhaften Ort zu verlassen. Ich muss auch nicht unbedingt mehr Zeitlänger zwischen den verkohlten Leichen meiner ehemaligen Diener verbringen.

Wir gehen…



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 15.10.2008 um 03:11.]

Pain, without love
Pain, I can't get enough
Pain, I like it rough