Ilyawen
[Themenersteller] Dabei seit: 23.02.2007 Beiträge: 305
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Eines musste man der Sonne über der staubigen Ebene lassen: Sie gab sich alle Mühe, die Wärme des Spätsommers zu bewahren noch während sie in einem beeindruckenden Schauspiel unterging, das alle Farbvarianten nutzte, die bei einem solchen Anlass üblicherweise erwartet wurden. So bot sie jedenfalls der leichten Brise Paroli, die langsam aufzog und eine kühle Nacht ankündigte.
Neben dem Wind war es vor jedoch allem das schwere Trampeln von Hufen, welches den Sand auf der Straße hinauf zur Festung aufwirbelte. Dem Lärm nach zu schließen rückte eine ganze Belagerungsstreitmacht vor, tatsächlich handelte es sich aber nur um einen massiven Kriegsbären, der erstaunlich schnell den sanften Anstieg bewältigte. Auf den Panzerplatten die um seinen Leib geschnallt waren gab es keinerlei Erkennungszeichen. Der Reiter des Bären benötigte jedoch kaum ein Siegel oder Wappen, um erkannt zu werden.
Während der Bär auf die Tore des Außenhofs zuritt wurde er etwas langsamer, und kam schließlich inmitten einer aufgewirbelten Staubwolke direkt vor den Wachen zum Stehen. Die beiden diensthabenden Orcs blickten sich zunächst etwas beunruhigt an, als sich der Bär mit lautem Grollen und Schnaufen zwischen ihnen aufbaute und sie aus finster leuchtenden Augen musterte. Dann jedoch erhoben sie ihre Blicke zu der zierlichen Figur, die im Vergleich zu ihrem Reittier fast verloren wirkte, doch deren Anblick wesentlich überraschender kam als der eines tonnenschweren Raubtieres mit Panzerplatten.
"Überrascht, mich zu sehen?" Die Stimme der Reiterin war spöttisch, aber nicht boshaft, und noch bevor sich die Orcs gesammelt hatten war Ilyawen vom Sattel gesprungen und elegant neben den beiden Wachen gelandet. "Seherfür... eh.. Gräfin... nein... Hauptmann... ich... ich..." Der ältere der beiden Orcs geriet ins Stammeln, was ihm ein weiteres spöttisches Lächeln der Untoten beschwerte. "Ihr könnt Leutnant Ilyawen melden, wie immer, Treshnak. Aber keine Sorge, eine Meldung wird kaum nötig sein, ich bin nicht in offizieller Funktion hier."
Und tatsächlich sah sie auch nicht so aus wie die Späherin, deren Ankunft vor langer Zeit einmal jeden verschlafenen Peon und Wachmann der Festung dazu gebracht hatte, verzweifelt irgend eine Form von Aktivität zu suchen. Was auch immer sie in den Monaten seit ihrer Abreise getan haben mochte... die ehemalige Seherfürstin hatte sich verändert. Und wie die meisten Veränderungen, die mit einem Toten vorgehen, war auch diese keine sehr angenehme gewesen. Dabei fiel der Unterschied nicht einmal sofort ins Auge. Sie trug keine auffälligen Wappen oder Banner, keine Uniform, nicht einmal ein Rangabzeichen irgend einer Form. Auch ihr Gesicht hatte sich kaum verändert, noch immer waren die elfischen Züge klar zu erkennen, ebenso wie die Knochen, die sich durch die bleiche untote Haut hindurch abzeichneten. Doch wer sie gekannt hatte erkannte auch die Unterschiede.
Ilyawen hatte ihre einfachen Gewänder und Roben eingetauscht. Stattdessen trug sie eine Art stromlinienförmige Kampfuniform, zwar schnörkellos und unverziert, doch von erlesener Handwerkskunst. Die Gewänder strahlten nicht die Ruhe aus, die Ilyawen einst ausgezeichnet hatte, sondern... Kälte und Macht. Und als der Kampfstab in ihrer Hand nach dem jüngeren Wächter schnappe und sie ihn behutsam zurückzog erkannte man, wie sehr die Zeit Ilyawen gezeichnet hatte: Ihr Ärmel war verrutscht, und enthüllte den Blick auf einen linken Arm, dem nicht nur an der Hand die Haut fehlte, sondern der bis hinauf zum Ellbogen nur noch aus dem Knochen bestand. Um den gesamten Arm zuckten beständig winzige blaue Energieblitze, die - so konnte man meinen- mit jedem Zucken ein weiteres winziges Stück Haut verbrannten und so die untote Elfe nach und nach mit der Kraft ihrer eigenen Magie verzehrten.
Dieser Eindruck wurde nur verstärkt, wenn man in ihre Augen blickte. Selbst nach Jahren als Untote hatte sie zuvor nie den lebendigen Ausdruck verloren, der sie so kennzeichnete, nie hatte man ihr angesehen, dass sie alle Lasten und sogar den Tod auf sich genommen hatte - stets war nur zu sehen, wie sie für diejenigen empfand, um derenwillen sie dies getan hatte. Nun jedoch starrte einen der Tod an, wenn man versuchte, hineinzublicken. Nicht die stumpfe Passivität einer Leiche, sondern der eiskalte, Verderbnis bringende Tod. Was auch immer diese Augen gesehen hatten, es hatte sich in sie eingeprägt und selbst die einst so... lebensfrohe (wenn man so wollte)... Magierin der Sphäre des Lebens entrückt.
Lauschte man nun ihrer Stimme weiter so schien dieser Eindruck auch darin fortzuwirken: Auch wenn sie ganz normal sprach so hörte man doch, wie sich in jeder Bewegung der Stimme etwas Künstliches verbarg, als ob die Untote tatsächlich nur Schauspiel betreiben würde zugunsten jener, die mit ihr kommunizieren mussten.
"Habt die Freundlichkeit und ruft einen Burschen der meinen Bären in den Stall bringt, ja?" bat sie den jüngeren Wächter, und machte Anstalten, durch das Portal den Vorhof zu betreten. Da trat der ältere Orc vor und sprach, diesmal mit offensichtlich gesammelten Mut: "Die Schlüsselwächter hatten angeordnet, euch den Zugang zu den inneren Hallen zu versperren, Leutnant! Dies geschah auf Grund eures eigenen Erlasses zur Sicherheit der Hallen!"
Für einen Moment war es still. Wenn man vermutet hätte, dass die Magierin irgend eine Form von Machtdemonstration versucht hätte lag man falsch; sie blickt den Orc nur an, ganz ruhig. Allein diese furchtbare Aura der Kälte und grausamen Macht... und der Orc verriet seine Nervosität durch ein leichtes Zucken am Griff seiner Axt. Nach diesem kurzen Augenblick zog Ilyawen die Augenbrauen hoch und sprach wieder in dem leicht spöttischen Ton, den sie auch vorher angeschlagen hatte. "Ich bin mir der Vorschriften dieser Festung durchaus bewusst, junger Freund. Aber keine Sorge, ich werde den Vorhof nicht verlassen - aber wenn die Gastfreundschaft dieser Hallen nicht einmal für mich und meinen Bären für eine Nacht reicht..." Sie konnte gar nicht schnell genug verstummen um dem Orc genug Zeit zu lassen, zu erröten (ein recht ansehnliches Spektakel bei einem Grünhäuter) und ihr mit einer eilfertigen Handbewegung den Weg in den Vorhof zu weisen.
So erreichte Ilyawen also den staubigen Vorplatz, von dem aus die Pforten der einzelnen Hallen und Türme zu erreichen waren und blickte sich für einen langen Moment um. Dann sprach sie ein paar Worte, nicht laut, doch auf irgend eine Weise von jedem in der ganzen Feste zu verstehen: "Grüße, Freunde. Meine Reisen haben mich wieder einmal an diesen Ort geführt. Gibt es hier noch jene, die sich meiner erinnern? Dann kommt, und ich möchte zu gerne hören, wie es euch ergangen ist."
Als sie diese Worte gesprochen hatte verschwand der letzte rötliche Sonnenstrahl hinterm Horizont und ließ nur noch das Grau der aufziehenden Nacht und das Aufflammen der Wachfeuer zurück. Doch im Schein dieses Lichts konnte man für einen winzigen Moment auf dem Gesicht der Elfe jenes Lächeln sehen, dass sie vor langer Zeit so oft getragen hatte - ein Lächeln des Lebens.
ooc: Hach, was ein Text. Ich dachte mir nur, ich schau mal wieder rein, lass mir erzählen, wie es euch ergangen ist und belästige jeden der willens ist seine Zeit zu verschwenden mit zu viel Text um gut zu sein 
Von daher: Hallo allerseits.
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Cambas
Kalimdors Späher
Dabei seit: 25.02.2007 Beiträge: 238
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Aus einiger Distanz beobachtet ein Paar himmelblauer Augen unter einer tief ins Gesicht gezogenen Kapuze das Schauspiel, das sich durch den schnaubenden Bären bietet. Mit zusammengekniffenen Augen fällt der Blick des Mannes auf die ausgezehrte Gestalt, die er zu erkennen glaubt.
Willkommen zurück, Leutnant.
murmelt der Priester mehr zu sich selbst als zu der Magierin, als er sich ohne Hast seiner damaligen Mitstreiterin aus längst vergangenen Schlachten nähert.
Ein Spiel sie zu knechten,
sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben,
und ewig zu binden.
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ryjina
Kalimdors Späher Solis Alpinum
Dabei seit: 28.02.2007 Beiträge: 1369
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In regungsloser Stille kauert die Trollin auf dem feuchten Waldboden. Ihre Augen ruhen auf der leeren Lichtung vor sich, allein durch einen gelegentlichen Blick zu dem Ast über sich unterbrochen, auf dem eine weisse Eule sitzt. Die langsam einsetzende Dämmerung beginnt bereits die Umrisse des Waldrandes zu verwischen, trotzdem fängt die Trollin jede noch so geringe Bewegung zielsicher mit ihren Augen ein, jederzeit bereit den alten abgenutzten Bogen in ihrer Hand hochzureissen und einen tödlichen Schuss abzugeben. Nach einigen weiteren Minuten des Wartens nimmt die Trollin mit zuckenden Ohren ein entferntes Rascheln von Blättern wahr. Ein Blick zu der Eule über ihr sagt ihr, dass auch die Eule die Geräusche vernommen hat und der Griff um ihren Bogen wird fester. Aufmerksam streifen ihre Augen den Waldrand, suchend von wo die Geräusche stammen und bleiben auf einem Punkt geheftet, an dem sie meint eine Bewegung ausgemacht zu haben. In diesem Moment breitet die Eule über ihr ihre Schwingen aus und steigt mit einem schrillen Schrei in die Lüfte. Ein Zeichen. Die Muskeln der Trollin spannen sich an, die Beute ist nahe. Ein kurzes zufriedenes Lächeln huscht über das Gesicht der Trollin, die weiss dass ihre treue Eule, ihr das Ziel anzeigen wird, noch bevor sie es selbst gesehen hat.
Mit äusserster Konzentration beginnt sie die Sehne ihres Bogens zu spannen und verfolgt dabei die Flugbahn der Eule. Und tatsächlich tritt direkt unter der Eule durch das dichte Gebüsch des gegenüberliegendes Waldrandes der Lichtung ein majestätischer Hirsch ins Freie. Die Pupillen der Trollin verengen sich, als sie die Brust des Hirsches ins Visir nimmt und was in Wirklichkeit innerhalb eines Sekundenbruchteils passiert, zieht sich für die Trollin selbst in Zeitlupe dahin.
Sie nimmt den leichten Wind der von der Seite kommt wahr und korrigiert ihr Ziel, lässt die Sehne los und verfolgt die Flugbahn des Pfeiles, der mit einem hellen Surren auf sein Ziel zusteuert. Im gleichen Augenblick bemerkt die Trollin ein leichtes Vibrieren des Bodens unter sich. Nur einen kurzen Moment. Aber an dem verärgerten und enttäuschten Ausdruck auf dem Gesicht der Trollin erkennt man genau, dass sie sofort begriffen hat, was passieren wird. Wie in Trance nimmt sie wahr, wie der Hirsch, durch das Vibrieren verschreckt, einen Sprung zur Seite macht und ihr Pfeil nur um wenige Centimeter sein Ziel verfehlt und in einen Baum einschlägt.
Einige kurze Sekunden bleibt die Trollin noch auf dem Waldboden gekauert, bevor sie ruckartig aufsteht und die Lichtung betritt. In kurzen regelmäßigen Abständen nimmt sie immernoch das leichte Vibrieren des Bodens unter sich wahr. Mit raschem Schritt geht sie auf den Baum zu und zieht ihren Pfeil heraus, dabei stumme Flüche murmelnd, die nur Bruchstückhaft laut ausgesprochen werden. Nachdem sie den Pfeil untersucht und wieder in ihrem Köcher verstaut hat, streckt sie ihren Arm aus und nur wenige Augenblicke später landet darauf die weisse Eule, der sie beruhigend über das Gefieder streicht und sie dann mit einer leichten Bewegung wieder in die Lüfte schickt.
Einen kurzen Moment zögert die Trollin noch bevor sie sich entschliesst den Heimweg anzutreten und die Lichtung wieder in den Wald verlässt. Nachdem sie sich kurz in dem dunklen Wald orientiert hat schlägt sie einen Weg ein, der sie direkt zur Späherfeste zurückbringen wird. Eigentlich müsste sie nur ihrer Eule folgen, die ein Stück vor ihr in der Luft ihre Runden dreht und schon genau erkannt hat, was das Ziel ihres Marsches sein wird. Ein leiser Schrei der Eule veranlasst die Trollin zu ihr aufzublicken und kurz stehen zu bleiben. Enttäuschung und Verärgerung weichen aus dem Gesicht der Trollin und in ihren Augen erkennt man genau die Zuneigung, welche sie zu dem Tier hegt und für einen Moment macht sich sogar ein Lächeln auf ihrem Gesicht breit. Leise murmelt sie nur ein Wort: "Vini." bevor sie ihren Weg fortsetzt.
Der Waldrand müsste unweit vor ihnen liegen, sie waren schliesslich nicht allzuweit in den Wald vorgestossen. Und tatsächlich begannen sich die Bäume um die Trollin bereits zu lichten. Mit dem Ziel ihres Marsches vor Augen setzt die Trollin ihren Weg etwas rascher fort, als aufgeregtes Kreischen der Eule an ihr Ohr dringt. Es ist ein erneutes Zeichen der Eule. Etwas stimmt nicht. Hat das regelmäßige Vibrieren des Bodens, das sie den ganzen Weg über immer stärker wahrgenommen hatte etwas damit zu tun? Blitzschnell zückt sie einen Pfeil aus ihrem Köcher und legt ihn in den Bogen. Ihre Schritte verschnellern sich. Die Bäume als Deckung nutzend rennt sie auf den Waldrand zu und bleibt neben einem der letzten Bäume stehen. Die Mauern der Späherfeste ragen unweit von ihr auf. Ihr erster Blick gilt der Eule, welche jedoch nur zu hören, aber nirgends zu sehen ist. Besorgt mustert sie die Feste. Sie erkennt die Wachen auf den Mauern, allesamt gelangweilt und nicht in Aufregung. Etwas verwirrt arbeitet sie sich den Waldrand entlang um einen Blick auf das Eingangstor der Feste zu erhaschen und bleibt dann wie erstarrt stehen. Vor dem Tor steht ein gewaltiger Bär. Die Gedanken der Trollin beginnen sich im Kreis zu drehen und ihr wird klar, was das Vibrieren des Bodens verursacht hat. Dass dieser Bär keine Bedrohung darstellt, ist ihr unmittelbar klar, es ist eher der Federschmuck und das Reitgeschirr an dem Bären, das ihr Sorgen bereitet. Stumm formen ihre Lippen die Worte: "Amani, hier?!" Sie kauert sich vorsichtshalber auf den Boden um nicht bemerkt zu werden. Einige Sekunden schliesst sie ihre Augen um sich zu konzentrieren. "Die Beute! Das Ziel im Auge behalten! Angst und andere Gefühle ausblenden". Die erste Regel ihres Lehrmeisters. Langsam öffnet sie die Augen wieder. Sie wirkt wesentlich ruhiger als noch zuvor. Mit schnellen Blicken erfasst sie restliche Situation. Die Wachen, welche einer Person den Eintritt verwehren. Kein Amani, aber auf eine weise, die der Trollin noch nicht klar ist nicht weniger bedrohlich wirkend, obwohl sie aus der Entferung nur die Umrisse der Person erkennen kann.
Gleichzeitig erkennt sie ihre weisse Eule, die immernoch laut kreischend um diese Person ihre Kreise zieht. Eine Weile betrachtet sie die Eule und lauscht ihren Schreien. Leise murmelt sie dann in Trollsprache "Vini, irrt sich nicht. Das hat sie noch nie. Es muss jemand sein, den wir kennen." Den bereits gezogenen Pfeil steck sie wieder in ihren Köcher zurück. Langsam erhebt sie sich und beginnt langsam auf die Späherfeste zuzugehen, um dann einige Schritte später nochmals kurz stehen zu bleiben und einen Blick auf ihre vom Waldboden verschmutzte Kleidung zu werfen und notdürftig zu säubern. Danach lässt sie einen schrillen Pfiff ertönen, woraufhin die Eule unmittelbar einen direkten Weg zu ihr einschlägt.
Langsam aber zielstrebig geht sie direkt in Richtung der Person.
[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 23.08.2008 um 17:39.]
Mojo, maan!
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