Die Hallen der alten Sprache

Geschichten aus der Nachtwache - Der Verrat

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Verfasst am: 12. 11. 09 [04:25]
andranath
Bund der wilden Pfade

[Themenersteller]
Dabei seit: 27.11.2007
Beiträge: 110

Seit Stunden lief Andranath nun schon ruhelos durch die schlecht beleuchteten Gassen Unterstadts. Es war Jahre her, dass sie selbst auf Patrouille gegangen war, doch heute hatte sie darauf bestanden, den Wachdienst persönlich zu übernehmen. Das ziellose Umherwandern half ihr beim Nachdenken.
Doch soviel sie auch grübelte, die Ereignisse des heutigen Abends ergaben noch keinen rechten Sinn.
Da gab es auf der einen Seite Korlash, einen gefährlichen und gewalttätigen Geißelritter, der scheinbar auch den letzten Funken seines vom Lichkönig verseuchten Verstandes eingebüßt hatte und nun in den Reihen der Horde wütete wie eine blutrünstige Hyäne. Nach ihrem Informationsstand hatte er vor geraumer Zeit die Magistrix Luna entführt und schlimm zugerichtet. Nur mit Mühe hatte sie von einigen beherzten Streitern vor dem sicheren Tod gerettet werden können. Seit diesem Vorfall war die Geisterruferin Aravas nach einem missglückten Ritual ihrerseits zur tollwütigen Bestie geworden, die noch immer frei durch die Lande streifte und zweifelsohne ebenso ungefährlich war wie ein halb verhungerter Worg in einem Kaninchenstall.
Von Kazayu hatte sie außerdem erfahren können, dass seine Schülerin Rose seit Wochen verschwunden war und was von der Elfe Scáthach nach ihrer letzten Begegnung mit dem Geißelritter übrig geblieben war, hatte sie letzte Nacht mit eigenen Augen bestaunen können.
All diese Fakten, so stand für sie fest, konnten nur Steine von ein und dem selben Mosaik sein.

Was sich nun aber vor wenigen Stunden im Apothekarium abgespielt hatte, ließ sich beim besten Willen nicht in diesem Mosaik unterbringen.
Die schwer verletzte Scáthach war im Apothekarium versorgt und stabilisiert worden. Kazayu hatte der Dunklen Fürstin die Situation geschildert, worauf diese befohlen hatte, die Blutelfe in Schutzhaft zu nehmen. Eine logische Entscheidung, wenn man bedachte, dass Korlash die Angewohnheit hatte immer wieder in Scáthachs Dunstkreis aufzutauchen. Es wäre sowohl für sie, als auch für die Allgemeinheit sicherer gewesen, wenn sie einige Zeit unter Bewachung geblieben wäre. Zudem gab es wirklich schlimmere Umstände, unter denen man in Unterstadt festgehalten werden konnte, als eine Schutzhaft, in der man das Recht auf ein warmes Bett, reichliche Mahlzeiten und sogar Besucher hatte.
Andranath hatte in beiden Leben, auf die sie bisher zurückblicken konnte, einiges erlebt, doch nie wäre sie auf den Gedanken gekommen, dass die Verlassene, Dariah van Layen einen offenen Verrat an der Dunklen Fürstin begehen könnte indem sie, mit Hilfe ihres Söldnerhaufens und unter massiver Gewaltanwendung, Scáthach aus der Schutzhaft entführte. Hätte Kazayu der Quartiermeisterin in diesem Kampf nicht zur Seite gestanden, wäre er noch schneller vorüber gewesen, soviel war sicher. Gehörten die Söldner der van Layen möglicherweise zu den Sympathiesanten des Aufstandes? Und was hatte die Bruderschaft der Qualen mit dem Geißelritter Korlash zu schaffen? Sie hatten weder sonderlich überrascht, noch besorgt reagiert, als sie auf Scáthach getroffen waren... . Wie nur ließ sich all das zusammenfügen?
Andranath schüttelte resigniert den Kopf. Sie würde den Waldläufer Faleron aufsuchen gehen. Er war einige Zeit mit Scáthach in ihrer provisorischen Zelle geblieben und später von der Druidin Marrinja bedroht und überwältigt worden. Möglicherweise hatte er noch etwas von Interesse zu berichten.
Seufzend steuerte die geplagte Hexe ihre Schritte zu den Wächterquartieren...



And the raven, never flitting, still is sitting, still is sitting
On the pallid bust of Pallas just above my chamber door;
And his eyes have all the seeming of a demon's that is dreaming,
And the lamp-light o'er him streaming throws his shadow on the floor;
And my soul from out that shadow that lies floating on the floor
Shall be lifted - nevermore!
Verfasst am: 12. 11. 09 [15:15]
trakar
Sturmaxtclan

Dabei seit: 11.03.2007
Beiträge: 205

Nach den Ereignissen des Vortags streifte Faleron auf seinem üblichen Patroullienweg, entlang an den langsam wieder genesenden Bäumen des Silberwalds. Seine Sinne waren aber nicht wie sonst geschärft, da er in Gedanken versunken war...Gedanken an die Vorfälle in den Räumlichkeiten der Nachtwache. Seine Erinnerungen drehten sich vorallem um jene junge Elfe, die er in der Zelle bewacht hatte...Scáthach.
Er fragte sich welcher Verdacht gegen sie gehegt wurde oder wieso sie so zugerichtet war. Sie schien allem Anschein nach eine einflussreiche Hexenmeisterin zu sein, die es immerhin wert war aus Sylvanas Kerker in spektakulärer Art und Weise gerettet zu werden.
Er verdammte sich dass er diesen Formwandler nicht früher erkannt hatte...sein treuer Wolf Raegus hatte ihn sogar gewittert...und doch war er unfähig gewesen ihn in der Zelle ausfindig zu machen. Aber mit den Gedanken an den Formwandler kamen auch postwendend die Gedanken an Scáthach zurück...wie sie dasaß, wie sie ihn anlächelte...wie sie zurückblickte als der Formwandler sie wegtrug und - vor allem daran - dass dieser in einen Bär verwandelte Formwandler ihn, den bewährten Waldläufer Faleron Falkenklinge, überwältigt hatte und auf Befehl seiner Herrin zerfleischt hätte wenn SIE nicht gewesen wäre.
Faleron seufzte leise und setzte seine Patroullie fort...


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 12.11.2009 um 15:15.]

Verfasst am: 12. 11. 09 [16:08]
rakno
Bruderschaft der Qualen

Dabei seit: 17.07.2009
Beiträge: 39

Kazayu ist nach den seltsamen Ereignissen des heutigen Abends wieder nach Neu-Agamand zurück gekehrt. Als die Wachen ihn begrüßen wollen winkt der Meister rasch ab, er will seine ruhe haben und begibt sich direkt in sein Quartier. Er versucht an ein Paar formeln weiter zu Arbeiten doch jeder seiner gedankengänge führen ihn wieder Scathach vor die Augen. Hat er sie all die Zeit umsonst beschützt? war er genauso naiv wie sie selber ist? Eine Frage nach der anderen tauchte in seinen Kopf auf, nur beantworten kann er sie nicht. Seine Gedanken verraten ihm das er Traurigkeit und Enttäuschung spürt... ein Gefühl was der Untote seit geraumer Zeit nicht mehr spüren durfte, wo doch sein einizges bisher erdachtes Gefühl verachtung seinen Opfern gegenüber war. Plötzlich haut er kräftig auf seinen Tisch und schreit laut auf "WARUUUUM nur!!!" , sein schrei verstummt in der Stille der Nacht , nichteinmal die Wachen trauen sich eine Gestik zu machen. Doch noch eine Frage überkommt ihn plötzlich, wieso hat er gezögert als Andranath ihren Blitz auf Dariah schoss , der zwar ins Leere ging jedoch die Klinge des anderen Schleichers entzog. Wieso hatte er gezögert Dariah einfach seine Klingen in den Rücken zu drücken. Diese Frage konnte er sich bei weitem noch weniger nicht beantworten als die anderen zuvor.

Weiter in Gedanken versunken packte Kazayu seine Wurfdolche, verstaute sie an Schulter und Bein. Griff nach seinen Schwertern und ging aus seinem Quartier heraus, die Wachen wollten gerade fragen wohin er wollte da kam er ihnen zuvor "Wartet nicht auf mich, fahrt mit dem Projekt , Der letzte Tod, fort. Ich bin bald zurück". Kazayu verließ Agamand und verschwand in der dunklen, stillen Nacht.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 12.11.2009 um 16:09.]

Als Gott die Erde schuf , fragte er die Steine: "Wollt ihr Köche werden??!!"
Daraufhin die Steine antworteten:
"NEIN! denn wir sind nicht HART genug!"

Verfasst am: 12. 11. 09 [16:12]
xrylk
Kalimdors Späher

Dabei seit: 16.04.2007
Beiträge: 1626

Hecktisch sprangen Diener in leere Räume. Diejenigen die dies nicht vermochten, versuchten zumindestens sehr beschäftigt auszusehen und hofften darauf seinem brodelden Zorn und somit seinem Stock zu entkommen.


Das rubinrote Feuer seiner Augen fraß sich in den Gang vor ihn, den er eiligen Schrittes durchflog. Seine Robe rauschte und wirbelte den Staub auf der die Möbel in diesem Teil der Feste bedeckte.

Diese Impertinenz!
Diese Schmach!

Er selbst hat sich immer als enger Verbündeter der Marschaldantin betrachtet. Er schätzte Dariah und ihre Söldner. Er hätte sie sogar als Freundin betrachtet, wäre diese Emotion ihm bekannt. Doch nun war alles anders.

Heute Nacht war eine Grenze überschritten worden und seine Loyalität stand ausser Frage.

Heute Nacht würde er ein Exempel statuieren!

Aus der Finsternis des zukünftig Vergangenen sehnt der Magier sich nach Licht. Einen Weg heraus zwischen zweierlei Welten - Feuer, zieh´ mit mir
Verfasst am: 12. 11. 09 [19:03]
shao

Dabei seit: 18.09.2009
Beiträge: 38

Unruhig erwartet die Priesterin die Ankunft der Magistrix.
Hoffentlich ist ihr nichts passiert. Dieser verfluchte Nebel, wenn ich nur hindurch sehen könnte... Sie war da... und ER... Hoffentlich geht es ihr gut...
Die Gedanken der Priesterin drehen sich im Kreis, vor ihrem geistigen Auge sieht sie Scáthach, verletzt, wenn nicht gar schon tot.
Tief in ihren Gedanken bemerkt sie die Magistrix zunächst nicht, bis diese besorgt fragt: "Shao, geht es Euch gut?"
Die Elfe winkt ab und wendet sich der Magierin zu: "Habt Ihr Scat seit gestern gesehen? Ich .. mache mir Sorgen. Irgendwas stimmt nicht. Könnt Ihr sie aufspüren? Meine eigene... Kraft reicht dazu im Moment nicht aus..."
Erst jetzt bemerkt Luna wie erschöpft die Priesterin wirkt und macht sich sogleich an die Arbeit.
Die Luft im Salon knistert vor Magie, letztlich verfestigt sich das Bild von 3 Gestallten in einer Höhle.
"Könnt ihr mich zu ihr bringen? Bitte?" Unsicher streckt die Elfe Luna eine Hand entgegen, diese lässt ein Portal zu jener Höhle entstehen und führt die Blinde hindurch.
Alles andere ignorierend geht die Priesterin neben der geschwächten Scat in die Knie, erst ruhiger als sie ihre Hand in der ihren hält und ihren schwachen und doch lebendigen Puls fühlen kann.

http://img191.imageshack.us/img191/1446/shaoneverstopdreamingv1.jpg
Verfasst am: 13. 11. 09 [09:22]
scathach
Bruderschaft der Qualen
Haus Feuerschwinge

Dabei seit: 24.08.2007
Beiträge: 603

Ruhelos streifte die Hexe durch die nächtlichen Straßen von Dalaran, ihre Gedanken kreisten wild um die Ereignisse der letzen Tage und Wochen.
Kaza, die Nachtwache...ja sie hatten es gut gemeint, doch er hätte sie auch dort gefunden, er würde sie überall finden, wenn er es wollte und gefanngen in Unterstadt wären ihr die Hände gebunden.
Dariah, Marrinja, Phex.. und Rakno sie hatten viel riskiert um sie zu befreien. Den Göttern sei dank war niemandem etwas geschehen... sie wollte das alles nicht, wollte niemanden in Schwierigkeiten bringen, niemanden in Gefahr.. doch wieder einmal hatte sie versagt.
Was war Wahrheit? Was war Lüge? Sie wusste es nicht mehr.
Ohne es zu merken stand sie auf dem Turm der violetten Zitadelle, ihr Blick richtete sich gen Himmel. War ihre Entscheidung richtig? Würde sie dieses mal den richtigen Weg einschlagen?
Fragend sah sie zu den Sternen hinauf, doch sie blieben ihr die Antwort schuldig
Doch.. es musste sein, es durfte nicht so weiter gehen. Umbringen würde er sie nicht, dessen war sie sicher und sie war es schließlich gewesen, die es geschafft hatte seinen Zorn, seine Wut für einige Zeit in den Hintergrund zu drängen. Vielleicht war doch noch nicht alles verloren und sie konnte diejenigen die ihr wichtig waren dieses mal beschützen.
Ihre Hand wandert gedankenverloren zu den beiden kleinen Seelensplittern an ihrer Kette und umschloss sie fest.

Everywhere is just a journey away
Verfasst am: 13. 11. 09 [14:11]
shao

Dabei seit: 18.09.2009
Beiträge: 38

Müde kehrte die Priesterin von ihrer Unterredung mit Papa Shindar zuürck nach Dalaran. Hatte sie ihm wirklich alles erzählt? Auch wenn er dies bestätigte, sie konnte sich beim besten Willen nicht wirklich daran erinnern... nur das sie wieder dieses merkwürdige Gefühl hatte.
Unbewusst hattn sie ihre Schritte zurück in den Zauberkasten geführt, wo sie vor wenigen Stunden erst Zeugin einer Auseinandersetzung wurde.
Scát... blind starrte die Priesterin in die Ecke an der sie diese zuletzt wahrgenommen hatte. Ja, wir ähneln uns zu sehr... ob sie wusste das...
"Shàonainai, ich hatte gehofft Euch hier zu finden!" jäh wurden die Gedanken der Priesterin unterbrochen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 13.11.2009 um 14:11.]

http://img191.imageshack.us/img191/1446/shaoneverstopdreamingv1.jpg