| Autor |
Nachricht |
|
Verfasst am: 14. 12. 09 [11:11]
|
andranath
Bund der wilden Pfade [Themenersteller]
Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 110
|
Langsam öffneten sich die Augen der Hexe und erblickten kalten Stein über sich. Sie lag also... und zwar vermutlich irgendwo in Unterstadt. Ein ungutes Gefühl überkam sie, als sie versuchte sich zu bewegen. Nicht, dass es schmerzte, das tat nur ihr Kopf. Jedoch fehlte es ihr fast völlig an Kraft. Jemand griff ihr unter den Rücken und umschloss ihren Oberarm um ihr aufzuhelfen, nun konnte sie die Bestandsaufnahme beginnen. Sie war unbekleidet und befand sich auf einem Arbeitstisch im Tempel des Magieviertels. An ihrem Körper entdeckte sie an manchen Stellen Hautflecke, die etwas heller waren als ihre übrige Haut und musterte diese irritiert. Nun schließlich meldete sich die helfende Hand zu Wort. Es war Luther, ihr alter Studienkollege des Okkulten. "Na was sagst du, Herzchen...haben wir das nicht toll hinbekommen?" Andranath sah ihn verwirrt an. "Was denn hinbekommen?" Luther lachte. "Du hast keine Ahnung was gestern passiert ist, oder? War wohl das erste Mal, dass du deine eigene Seele in einen Kristall eingeschlossen hast? Ich schätze mal die andere Leiche hatte weniger Glück..." Andranath riss die Augen auf. "Leiche? Bin ich gestorben? Und...wer ist noch gestorben? Wer? Es war doch nicht Kazayu? Antworte schon!" Der Hexer runzelte die Stirn. "Jetzt bleib' mal ruhig Andra, ja? Wie wäre es mit einem:"Danke, dass ihr euch die Nacht um die Ohren geschlagen habt um meinen Hintern zu retten."? Und nach allem was Faranell erzählte, war's auch nicht das erste Mal. Ich meine, sieh dir nur mal deinen Arm an, man sieht die Nahtstelle nahezu nicht..."
Entsetzt riss die Wächterin ihre Arme in die Höhe um sie zu betrachten. In ihrer linken Hand befand sich ein dunkler Fleck, wo zuvor Dariahs magische Münze eingebrannt worden war, die Münze selbst war jedoch entfernt worden. Das war eine gute Nachricht. Doch dann fiel ihr Blick auf den rechten Arm, er war aus Fleisch und Blut! Wütend fluchend sprang die Hexe auf um Luther am Kragen zu packen, doch sie war noch zu wackelig auf den Beinen und fiel dem süffisant grinsenden Hexer der Länge nach vor die Füße. Den peinlichen Umstand ignorierend, schimpfte sie auf dem Boden weiter. "Wie konntet ihr es wagen euch an diesem Arm zu vergreifen! Einzig und allein der Geistheilerin Lildaria wäre dies gestattet gewesen! Was bei den Höllen habt ihr euch nur dabei gedacht?"
Luther griff nach dem etwas verrußt aussehenden mechanischen Arm der Hexe umd warf ihn ihr hin. "Es war eine Order der Dunklen Fürstin persönlich. Sie war der Meinung dieses Bastlerspielzeug sei zu unzuverlässig. Und bist du es nicht gewesen, die uns seit Jahren predigt, dass das Wort der Fürstin Gesetz sei?"
Andranath kleidete sich noch immer murrend an und verstaute den mechanischen Arm in einer großen Tasche. Sie musste jetzt wissen was genau gestern geschehen war, und wer gestorben war. Mit einiger Mühe zog sie sich an ihrem Ross empor und lenkte es Richtung Wachstube. Iphinome saß an ihrem Schreibtisch und sah mit kaltem und freudlosem Blick zu Andranath auf, als diese wankend den Raum betrat. "Iphinome, was ist hier geschehen? Es ist jemand gestorben...wer war es? Ist Korlash der Mörder? Bitte Hauptmann, sprecht!"
And the raven, never flitting, still is sitting, still is sitting
On the pallid bust of Pallas just above my chamber door;
And his eyes have all the seeming of a demon's that is dreaming,
And the lamp-light o'er him streaming throws his shadow on the floor;
And my soul from out that shadow that lies floating on the floor
Shall be lifted - nevermore!
|
|
Verfasst am: 14. 12. 09 [18:44]
|
Karalaa
Sturmaxtclan
Dabei seit: 23.02.2009 Beiträge: 31
|
Iphinome überlegte und antworte gequält: "Ja es gab einige Tote, und nein Korlash ist nicht darunter, ihr nun auch nicht mehr."
Während Iphinome Andranath, welche sich nicht mehr an das Gestrige erinnern vermochte, mit sinnlosen und ausführlichst beschriebenen und auch unnötigen Details abfüllte, zerknüllt sie mit schwerem Herzen ein Blatt Papier unter ihrem Schreibtisch. Es war ihr Entlassungsgesuch aus der Nachtwache.
Hauptmann Iphinome fand sich selbst bei den gestrigen Ereignissen zu ohnmächtig, verdammt zum zusehen und mitleiden, niemand wollte auf Sie hören, sie hätte dem Orc und dem Schurken schon den Schädel ein- oder abschlagen müssen damit ihre Worte zu ihnen durchgedrungen wären.
Diese Narren, elende Feiglinge obendrein, da sie nicht hören wollten gab Iphinome ihre Verantwortung für das Geschehene auf und übertrug sie diesem Trakar, sie hatte genug von diesem Theater, den Verlassenen und diesem Korlash-Wesen, und schrieb ihr Entlassunggesuch.
Doch kehrte sich zurück, selbst nicht wissend warum, vielleicht ein letzter Funken von Pflichtgefühl, oder waren es die beschwichtigenden Worte dieser seltsamen Priesterin? Dennoch die Fürstin sollte alles erfahren, nicht auf einmal und nicht alles heute Nacht, nicht genug um Köpfe rollen sehen zu wollen, aber vielleicht genug um eine rasche Entscheidung zu gunsten der Nachtwache treffen zu können.
Scathach tot und Andranath auch, der Schurke gegen die Bestie... das war es was sie dort wiederfand. Doch scheinbar wurde diesem Korlash langweilig, ihm das ganze überdrüssig, und so konnten alle Beteiligten, lebende und tote entkommen.
"Feiglinge.", dachte Iphinome sich erneut und immer wieder seit dem sich Trakar und dieser Kaz der Verantwortung vor der Fürstin entzogen hatten, welche Sie dann schulterte. Ja Sie trug Andranath, das Wachbuch und den Seelenstein vor die Fürstin und versuchte zu erklären was keiner Erklärung bedurfte, keine zuließ, so groß war das Chaos, aber die Fürstin akzeptierte, und Iphinome nahm die Schuld auf sich, ebenso die ironische Strafe: Dienst an Sylvanas, Unterstadt, den Verlassenen und der Nachtwache, Hilfe und Unterstützung für Andranath das sie ihre Aufgabe erfüllen konnte, bis die Fürstin sie entlassen würde.
War es Gnade, Mitgefühl oder doch nur eisiges Kalkül, eine weitere Strafe? Die Fürstin entschied und Andranath sollte leben.
Als Iphinomes ablenkende Ausführungen mehr und mehr ihre Wirkung an Ihrer Quartiermeisterin verfehlten, überlegte sie sich, wie sie ihr das, diese Wahrheit alles sagen sollte, konnte... durfte?
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.12.2009 um 18:49.]
"Meine Ruh' ist hin, Mein Herz ist schwer..." - Johann Wolfgang von Goethe
|
|
Verfasst am: 15. 12. 09 [14:52]
|
andranath
Bund der wilden Pfade [Themenersteller]
Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 110
|
"Scáthach hat ebenfalls überlebt, nicht wahr?" Andranath sah den Assassinen vor sich durchdringend an. Er nickte zustimmend. Die Wächterin atmete geräuschvoll aus.
"Ich denke ihr Tod würde uns mehr nützen, da Korlash eine gewisse Macht aus ihrer Existenz zu ziehen scheint." Kazayu schüttelte den Kopf: "Du siehst das falsch. Lebend ist sie für uns um ein vielfaches wertvoller. Er scheint sie schützen zu wollen, weswegen sie sich hervorragend als Druckmittel eignet."
"Als Druckmittel?" Andranath hob skeptisch eine Braue. "Laut Hauptmann Iphinomes Bericht war sie gestern Nacht genau das und es scheint unseren besonderen Freund nicht davon abgehalten zu haben mich zu töten."
Für einen Moment hielt die Klinge der Fürstin inne und dachte nach. "Ich denke er tat es, weil er nicht damit rechnete, dass ich Scáthach die Kehle durchschneiden würde. Er hielt mich für zu schwach." Die Hexe legte den Kopf schief und musterte Kazayu. "Es ist schwer zu ertragen, dass ich mich an letzte Nacht nicht erinnern kann... . Dadurch wird die Situation für mich uneinschätzbar." Kazayu sah sie ernst an. "Etwas stimmte nicht mit dir. Du hast dich geweigert zu fliehen und einen Fluch nach mir geworfen."
"Einen Fluch? Nach dir? Du beliebst zu scherzen. Das letzte Mal, an dem ich versucht habe dich zu verfluchen war vor Monaten in Brill..." Kazayu schob seine Oberbekleidung ein wenig zur Seite und legte die Brandmale des Fluchs frei.
Andranath starrte auf die Verletzung und sprach dann sehr leise weiter:"Es tut mir so leid... . Ich vermute, dass Korlash versucht hat mich zu kontrollieren, mein Blut in seinem macht es möglich." Kazayu nickte langsam. "So etwas dachte ich mir schon."
Die Hexe zog einen zerbrochenen Kristall aus der Tasche und betrachtete ihn von allen Seiten. "Das nächste Mal wird es keinen Seelenkristall mehr geben, Kazayu. Ich werde mein Schicksal eben akzeptieren, wenn es mich ereilen sollte. Ich möchte nicht zu seiner Waffe werden."
Der Assassine schüttelte den Kopf. "Soweit wird es nicht wieder kommen, Andra. Du darfst einfach nicht alleine reisen, wir können dich schützen..."
Andranath beobachtete Kazayu genau, doch seine Worte verschwammen in ihrem Kopf um ihren eigenen Gedanken Platz zu machen. Ja, sie würde ihm alles versprechen was er wollte, doch letzlich würde sie vor allem das tun was ihm und ihren Verbündeten am wenigsten schadete...
And the raven, never flitting, still is sitting, still is sitting
On the pallid bust of Pallas just above my chamber door;
And his eyes have all the seeming of a demon's that is dreaming,
And the lamp-light o'er him streaming throws his shadow on the floor;
And my soul from out that shadow that lies floating on the floor
Shall be lifted - nevermore!
|