Eine kleine Hütte steht etwas abgelegen vom Lager. Davor stehen viele Fässchen und ein paar Holzgeräte. Als Ihr Euch vorsichtig nähert und die Tür öffnet, erkennt Ihr Glaskolben, Pflanzenteile und einen großen Behälter mit klarem Quellwasser. Ein ins Dunkel gehüllter knochriger Körper hantiert eifrig mit den Gerätschaften. Er nickt Euch grüßend zu und beendet seine Arbeit, indem er sanft die Phiole hin und her schwenkt. „Was kann Ich für Euch tun?“
Als sich herausstellt, dass Ihr an der Braukunst der Tränke und Elixiere interessiert seid, bittet er Euch Platz zu nehmen. Er räuspert sich und beginnt langsam zu erzählen.
„Mein Interesse an Pflanzen entdeckte ich erst relativ spät. Ich begann sehr viele verschiedene zu sammeln und arbeitete kurzzeitig sogar mit den Apothekern in der Unterstadt zusammen, da sie schon viele Rezepte ausprobiert hatten. Ich zog mich zurück und begann selbst zu experimentieren. Die Händler hielten immer genügend Phiolen für mich zurück und ich erkannte das Handwerk für mich. Die Macht, die so eine kleine Pflanze haben kann, unterschätzen sehr viele. Manche heilen Wunden, andere helfen Magiebegabten zu neuen Kräften, noch andere lassen einem Kräfte in sich erkennen, die man nie geahnt hatte. Aber eh man geschickt die Kräuter unterscheiden kann und den gewünschten Trank braut, vergeht viel Zeit und man muss lange üben. Ich begann meine Ausbildung damals in der Unterstadt. Dort findet man auch den geschicktesten Alchimisten der alten Welt. Seit kurzem hab ich in Thrallmar noch einen talentierteren Braumeister gefunden. Aber er widmet sich erst den begabtesten Alchimisten.“
Unsicher und unruhig schaut Ihr auf. „Aber wie soll ich das da und die auseinander halten? Beide Blätter sind ähnlich geformt und sind grün? Das ist so kompliziert.“ Ihr seufzt.
„Ach schaut einmal her. Diese Pflanze hat nur ein ein langes schmales Blatt und sie duftet süßlich. Die hier besteht aus gebündelten langen Blättern und duftet eher holzig. Schon kann man sie für das jeweilige Rezept einsetzen.“
„Und was gibt es da so für Rezepte? Ich bin im Kampf mit Schwertern geübt und habe mit der Magie nichts am Hut.“
„Zum Einen habt Ihr bestimmt schon einmal einen Heiltrank gefunden. Er schließt Wunden und regeneriert Eure Kräfte im Kampf. Dies sind grundlegende Tränke eines Alchimisten. Weiterhin solltet Ihr geschickt ausweichen und voller Kraft zuschlagen. Auch dafür ist ein Kraut gewachsen. Ihr fühlt Euch leichter und geschmeidiger und Eure Muskeln wachsen. Aber auch Schutztränke, die einen Teil der feindlichen Magie absorbieren, sind braubar. Die helfen Euch sicher, wenn sich ein Magier Euch als Opfer auserkoren hat. Oder wenn Ihr auf einen anderen Schwertkämpfer trefft, könnte Euch ein Trank helfen, der Eure Rüstung verstärkt und die Schläge abprallen lässt.“
„Und die Magiebegabten, können die sich auch stärken, oder bin ich dann im Vorteil?“ Ihr lächelt dabei gierig.
„Nein, nicht nur für Euch gibt es stärkende Tränke. Die Magiebegabten können Ihre Kräfte wieder auffüllen, aber auch Ihre reine Konzentration verstärken, so dass ihre Zauber härter treffen und stärker wirken.“
Ihr murmelt leise vor Euch hin.“Nun gut, vielleicht ist es auch besser so. Es scheint ja enorme Macht in diesen kleinen Pflänzchen zu stecken. Gibt es noch etwas, was ich wissen sollte?“
Der Untote lächelt und bittet Euch noch um etwas Geduld. Er holt eine Schriftrolle hervor und lässt Euch einen Moment darauf schauen. „Dies sind noch ein paar wertvolle Formeln. Alle konnte ich noch nicht ausprobieren, manche bergen auch für mich noch große Geheimnisse. Aber dafür verwendet man deutlich mehr Pflanzenteile und verbraut sie sehr aufwendig miteinander. Es ist ein langer Prozess bis eine kleine Phiole gefüllt wird und die Gerätschaften bewahrt man auch nicht bei sich auf, um diese Fläschchen zu brauen. Diese findet man Shattrath, in der Scholomance und im Pechschwingenhort. Dafür ist die Macht nahezu endlos. Selbst wenn Ihr den Geistheiler grüßt, wirken die Fläschchen weiter.
Eine weitere wichtige Information für einen zukünftigen Alchimisten. Manchmal ereilt den Brauer ein Geistesblitz. Er hat die Idee neue Zutaten zu kombinieren und daraus entsteht ein mächtiger Trank. Dies ist aber äußerst und gelingt fast keinem.“
Der Untote schaut plötzlich überrascht und grübelt. „Hab Ich Euch eigentlich schon erzählt, dass ein Alchimist nicht nur Tränke braut, sondern verschiedene Steine verwandeln kann. Schaut einmal diesen Edelstein an.“ Geschwind wird ein Stein hervorgehoben, der auffällig blinkt. Daneben liegt nun ein grünlich glänzender Metallbarren. Dazwischen stellt der Untote einen weiteren Stein. Gespannt schaut Ihr zu wie sich die Essenzen des Edelsteins und die des Thoriumbarrens sich miteinander verbinden und vor dem geheimnissvollen Stein materialisieren. „Die Kunst des Transmutierens ist anstrengend und man kann sich nicht oft darauf konzentrieren, aber wahre Wunder vollbringen. Auch die Urelemente lassen sich so umwandeln oder sich zu einer Urmacht verbinden. Die Meister des Transmutieren können dabei mehrere Exemplare erscheinen lassen.“
„Meister der Transmutation? Gibt es auch andere Meister?“
„Ja, Ich selbst habe mich der Kunst der Elixiere verschrieben, die stärken im Kampf. Wie die Transmutationsmeister kann auch ich mehrere Elixiere aus den Zutaten für eins gewinnen, weil ich mich lange mit deren Brauart auseinander gesetzt habe und manchmal mehr Pflanzenöle gewinne, als ich dachte. Die Meister der Tränkebraukunst haben dieses Geschick für die Heil-, Mana- und Schutztränke entwickelt. Wenn Ihr nun Interesse an einer solchen Ausbildung haben solltet, seid gewarnt. Der Weg ist steinig und hart, und will manchmal kein Ende nehmen, aber gebt nicht auf und Ihr werdet ein echter Meister werden können.“
Ihr nickt dem Untoten zu und richtet Euch auf. „Ich werde es mir überlegen. Habt Dank für die Ausführung Meister, ich lasse Euch nun weiterarbeiten.“ Nach einer kurzen Verbeugung verlasst Ihr die Hütte und schließt leise die Tür. Ihr begebt Euch wieder zum Lager und setzt Euch zu den anderen ans Feuer. Vielleicht ist die Kunst des Brauens und Transmutierens wirklich Eure Berufung.
[von Kuzyrr]